Berlin (Reuters) – Bei den Unternehmen in Deutschland ist die Bereitschaft zu Neueinstellungen so groß wie seit acht Monaten nicht mehr.
Das Beschäftigungsbarometer stieg im April um 0,3 auf 100,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 9500 Unternehmen mitteilte.
Das ist der höchste Wert seit August 2022. “Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, obwohl sich der der Zuwachs verlangsamt, auch wegen der schrumpfenden Bevölkerung”, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.
“Treiber beim Beschäftigungsaufbau in Deutschland sind die Dienstleister.”
In der Industrie halten sich die positiven und negativen Antworten bei den Beschäftigungsplänen die Waage.
Während etwa die Maschinenbauer oder die Elektrobranche neue Mitarbeiter suchen, planen das Papiergewerbe und die Drucker eher einen Personalabbau. “Unter den Dienstleistern ragen insbesondere der Tourismus und die Veranstaltungsbranche heraus”, sagte Wohlrabe.
Dort gebe es noch einen großen Nachholbedarf bei den Verbrauchern. Im Handel zeigt sich dagegen eine leichte Tendenz, mit weniger Personal auszukommen. Die schwierige Situation im Bauhauptgewerbe – das unter steigenden Zins- und Materialkosten leidet – spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplänen wider: Bei Neueinstellungen sind die Unternehmen sehr zurückhaltend.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrer Frühjahrsprognose für die Bundesregierung mit einem Anstieg der Beschäftigung.
Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte demnach von rund 45,6 Millionen im vergangenen Jahr auf rund 46,0 Millionen im kommenden Jahr steigen. Danach dürften dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge aber mehr Personen aus dem Erwerbsleben ausscheiden als neue hinzukommen.
Im Schnitt verliere der deutsche Arbeitsmarkt dann fast 200.000 Erwerbspersonen pro Jahr. Obwohl jährlich rund 350.000 Menschen aus dem Ausland einwandern dürften, schrumpfe die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.
Mehr Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen – etwa über bessere Kinderbetreuung oder flexiblere Arbeitszeitmodelle –, könne den Rückgang an Arbeitskräften zwar dämpfen, ihn aber nicht aufhalten.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Elke Ahlswede.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)










