Berlin (Reuters) – Die Bundesregierung hat die diesjährige Rentenerhöhung beschlossen.
Das Kabinett habe am Mittwoch der Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zugestimmt, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Bezüge der über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner werden damit ab Juli im Westen um 4,39 Prozent und im Osten um 5,86 Prozent angehoben. Im Westen ist dies die dritthöchste Anhebung seit der Wiedervereinigung 1990.
Auch im Osten fiel die Erhöhung nur selten noch höher aus. Für einen großen Teil der Ruheständler könnten die Anhebungen dennoch einen Kaufkraftverlust bedeuten, da die allgemeine Preissteigerung möglicherweise höher ausfällt.
Die Rentenerhöhung kostet auf ein ganzes Jahr bezogen rund 17,7 Milliarden Euro in der gesetzlichen Rentenversicherung, in der Alterssicherung der Landwirte und in der gesetzlichen Unfallversicherung.
Allein für das zweite Halbjahr 2023 fließen zusätzliche knapp 8,9 Milliarden Euro an die Betroffenen, wie aus dem Reuters vorliegenden Entwurf der Verordnung hervorgeht.
Ein Jahr früher als geplant wird bereits in diesem Jahr die Angleichung der Rentenwerte im Osten an Westdeutschland erreicht, weil die Löhne im Osten stärker aufholten.
Für die Rente eines Durchschnittsverdieners mit 45 Beitragsjahren bedeuten die Erhöhungen monatlich im Westen rund 71 Euro und im Osten gut 93 Euro mehr. Die Renten folgen der Lohnentwicklung. Im vorigen Jahr war die Rentenanpassung trotz einer Rekorderhöhung um 5,35 Prozent im Westen und um 6,12 Prozent im Osten unterhalb der Teuerungsrate geblieben.
Diese betrug für das Gesamtjahr 2022 laut Statistikamt 6,9 Prozent.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)









