Tarifverdienste steigen im ersten Quartal um 2,7 Prozent

Berlin (Reuters) – Die Verdienste der Millionen Beschäftigten mit einem Tarifvertrag sind im ersten Quartal deutlich langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise.

Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen wuchsen von Januar bis März um durchschnittlich 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Das reichte bei weitem nicht aus, um den Anstieg der Verbraucherpreise auszugleichen: Die Inflationsrate lag im ersten Quartal bei durchschnittlich 8,3 Prozent.

In einigen Branchen lagen die Abschlüsse jedoch darüber.

So waren im Gastgewerbe (+10,4 Prozent) und bei den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen – zu denen auch die Leiharbeit (+8,4 Prozent) zählt – vor allem die starken prozentualen Erhöhungen der Bruttomonatsverdienste ausschlaggebend.

Im Verarbeitenden Gewerbe legten die Bruttomonatsverdienste dagegen nur um 1,0 Prozent zu, während die Sonderzahlungen um kräftige 9,9 Prozent erhöht wurden.

In den Bereichen Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (‑1,5 Prozent), Erziehung und Unterricht (‑1,8 Prozent) sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung (‑1,7 Prozent) entwickelten sich die Tariflöhne negativ.

Das ist den Angaben nach insbesondere auf die im Vorjahresquartal gezahlten Coronaprämien zurückzuführen, die nun nicht mehr erhalten werden und daher aus der Berechnung herausfallen.

Die Gewerkschaften versuchen, wegen der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten deutlich höhere Abschlüsse durchzusetzen.

Für die gut 800.000 Beschäftigten in der Leiharbeit etwa gibt es eine vereinbarte zweistufige Lohnerhöhung von bis zu 13 Prozent. Bei den 2,5 Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von Bund und Ländern sehen die unteren Entgeltgruppen zum Ende der Laufzeit nach Gewerkschaftsangeben eine Steigerung von 16 Prozent, andere Bereiche von mehr als elf Prozent.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

tagreuters.com2023binary_LYNXMPEJ4U06P-VIEWIMAGE

Close Bitnami banner
Bitnami