Dax zum Wochenschluss wieder über 16.000 Punkte

Frankfurt (Reuters) – Der Dax hat zum Wochenschluss einen neuen Angriff auf die psychologisch wichtige 16.000-Punkte Marke unternommen.

In der Spitze notierte der deutsche Leitindex ein Prozent höher bei 16.105 Zählern.

Der EuroStoxx50 rückte um 0,6 Prozent vor. Experten bezweifeln jedoch, dass sich der Dax nachhaltig über der 16.000er Marke halten und schon bald neue Rekordstände ins Visier nehmen wird. “Es mangelt im Moment an Vertrauen”, sagt Thomas Altmann von QC Partners.

Die Angst vor einer deutlichen Eintrübung der Konjunktur infolge der steigenden Zinsen in vielen Ländern lässt die Investoren derzeit eher vorsichtiger agieren. Zuletzt hatte der Dax Mitte Juni ein Allzeithoch von 16.427,42 Punkten markiert.

Im Fokus standen am Freitag eine Reihe von Inflations- und Konjunkturdaten, die auf neue Hinweise zur künftigen Zinspolitik der großen Notenbanken abgeklopft wurden.

Für Erleichterung sorgte, dass die Teuerung im Euroraum im Juni dank sinkender Energiepreise erneut deutlich nachgelassen hat. Allerdings stieg die Kernrate, in der unter anderem die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise sowie Alkohol und Tabak außen vor bleiben, im Juni auf 5,4 Prozent von 5,3 Prozent im Mai.

Damit dürfte der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) hoch bleiben, mit weiteren Zinserhöhungen gegen die Inflation anzukämpfen. “Eine Zinsanhebung im Juli ist so gut wie sicher”, prognostizierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank.

DOLLAR IM AUFWIND

Auch in den USA stehen die Zeichen weiterhin auf steigende Zinsen: Die Federal Reserve legte zuletzt zwar eine Pause ein und beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz nach zehn Erhöhungen in Folge in der Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent.

Zugleich signalisierten die Währungshüter aber, dass sie im Kampf gegen die Inflation wohl noch nachlegen werden. Am Nachmittag könnten unter anderem die Konsumausgaben und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan Aufschluss über den weiteren Kurs der US-Notenbank geben.

Der Dollar-Index rückte um 0,1 Prozent auf 103,45 Stellen vor. Der Euro verlor 0,2 Prozent auf 1,0846 Dollar.

An den Rohstoffmärkten weckten Spekulationen auf stützende Maßnahmen für die chinesische Wirtschaft zum Wochenschluss die Kauflaune.

Der Kupferpreis kletterte in der Spitze um 1,1 Prozent auf 8270 Dollar je Tonne. Der Einkaufsmanagerindex für den produzierenden Sektor blieb unter der Expansionsschwelle von 50. Dies schürte laut Händlern Hoffnungen auf Hilfen der chinesischen Regierung.

IMMOBILIENWERTE GEFRAGT

Besonders beliebt waren am Freitag Immobilienwerte. Die Anhebung der Prognose beim Immobilienkonzern LEG hob die Stimmung in der gesamten Branche. Im Dax rückten Vonovia um 2,4 Prozent vor.

LEG selbst gewannen im MDax bis zu 7,5 Prozent. TAG Immobilien und Aroundtown lagen zeitweise rund drei Prozent höher. Positiv sei vor allem die Nachricht, dass LEG operativ weiter von der Nachfragesituation im Mietmarkt profitiert und ein erhöhtes Mietwachstum erwartet, sagt ein Händler.

Für die Sportartikelhersteller Adidas und Puma ging es nach einem schwachen Start schnell wieder bergauf.

Die Anleger schüttelten ihre Sorgen angesichts des eher vorsichtigen Umsatzausblicks beim Konkurrenten Nike ab und griffen bei den deutschen Titeln zu. Adidas notierten im Dax 1,4 Prozent, Puma im MDax 1,6 Prozent im Plus.

Nike lagen im vorbörslichen US-Handel vier Prozent im Minus.

(Bericht von: Daniela Pegna. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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