Europas Börsen fallen zurück – Britische Aktien stärker

Frankfurt (Reuters) – Europas Börsen verlieren angesichts dünner Handelsumsätze an Schwung.

Der Dax büßte bis zum Mittwochnachmittag seine anfänglichen Kursgewinne ein und stand 0,2 Prozent im Minus bei 16.101 Punkten, der EuroStoxx50 notierte mit 4367 Zählern kaum verändert.

Die US-Futures kamen ebenfalls kaum vom Fleck. Mit Zahlen von Tesla und Netflix werden gleich zwei Tech-Megacaps am Abend (MESZ) vorlegen, die maßgeblich für die Kursrally des S&P 500-Index veranwortlich sind.

Der britische Aktienmarkt stach mit einem Plus von rund 1,6 Prozent heraus, da Investoren erleichtert auf einen überraschend starken Rückgang der britischen Inflationsrate im Juni reagierten.

Die Verbraucherpreise stiegen um durchschnittlich 7,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Oktober 2022 hatte die Inflationsrate mit 11,1 Prozent den höchsten Wert seit 41 Jahren erreicht. “Großbritannien hat immer noch eine der höchsten Inflationsraten aller entwickelten Volkswirtschaften”, sagte der Forschungsleiter des Instituts Resolution Foundation, James Smith.

In der Euro-Zone liegt sie bei 5,5 Prozent, in den USA bei 3,0 Prozent.

PFUND UNTER DRUCK – IMMOBILIENSEKTOR IM AUFWIND

Das Pfund verlor rund ein Prozent auf 1,2914 Dollar. Anleger spekulierten darauf, dass die Bank of England ihre Zinsen möglicherweise nicht ganz so hoch anheben muss wie gedacht, um die Preissteigerungen einzudämmen.

Die Währungshüter um ihren Chef Andrew Bailey haben ihren Leitzins im Juni zum 13. Mal in Folge angehoben – von 4,50 auf 5,00 Prozent. Experten gingen bislang davon aus, dass die Zinsen noch zweimal auf dann 5,5 Prozent angehoben werden.

Davon profitierten vor allem zinsempfindliche Immobilienaktien in Großbritannien.

Der Aufwärtstrend schwappte auch auf den europäischen Immobilienindex über und machte ihn mit einem Plus von 4,6 Prozent zum größten Branchengewinner. Am deutschen Aktienmarkt ließ der Immobilienkonzern Vonovia mit einem Plus von 7,3 Prozent die anderen Werte hinter sich.

STÜHLERÜCKEN BEI GUCCI TREIBT KERING

Glänzen konnte der Luxuskonzern Kering, der von Veränderungen im Top-Management bei Gucci profitierte.

Kering-Aktien kletterten in Paris um bis zu 6,8 Prozent – der größte Kurssprung seit mehr als acht Monaten. Das französische Unternehmen hatte am Vorabend bekanntgegeben, dass Marco Bizzarri, seit 2015 an der Gucci-Spitze, die Firma in zwei Monaten verlassen werde.

Die in London notierten Aktien des chilenischen Bergbauunternehmens Antofagasta verloren hingegen mehr als drei Prozent.

Die Firma senkte die Prognose für die Kupferproduktion im Geschäftsjahr von 670.000 bis 710.000 Tonnen auf 640.000 bis 670.000 Tonnen. Hintergrund ist die anhaltende Wasserknappheit im von der Dürre betroffenen Chile.

Der europäische Bankensektor verlor 0,3 Prozent.

Der Quartalsgewinn des US-Platzhirsches Goldman Sachs ist wegen Abschreibungen im Immobilienbereich und schleppender Geschäfte im Investmentbanking stark eingebrochen. Die Aktien von Goldman notierten im vorbörslichen US-Geschäft 1,5 Prozent tiefer.

(Bericht von Anika Ross, Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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