Auftragspolster der Industrie legt zu – Großbestellung aus Luftfahrt

Berlin (Reuters) – Das Auftragspolster der deutschen Industrie hat im Juni nach drei Rückgängen in Folge wieder zugelegt.

Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe kletterte vor allem wegen Impulsen aus der Luftfahrt um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Während die offenen Aufträge aus dem Inland um 0,8 Prozent zulegten, stiegen die aus dem Ausland um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm das Polster allerdings um 3,1 Prozent ab.

Das Plus im Vormonatsvergleich kam insbesondere durch die positive Entwicklung des Auftragsbestands im sonstigen Fahrzeugbau zustande, wo es 6,5 Prozent nach oben ging.

“Der starke Anstieg in diesem Bereich ist auf einen Großauftrag im Luft- und Raumfahrzeugbau zurückzuführen”, erklärte das Amt. Negativ beeinflusste das Gesamtergebnis hingegen die Automobilindustrie.

Hier fiel der Auftragsbestand um 4,9 Prozent. Bei den Investitionsgütern stieg er um 1,1 Prozent und bei Konsumgütern um 0,8 Prozent, während er sich bei Vorleistungsgütern um 0,7 Prozent reduzierte.

Die Reichweite des Auftragsbestands blieb im Juni mit 7,2 Monaten zum Mai unverändert.

Sowohl bei den Herstellern von Investitionsgütern, als auch bei den Produzenten von Vorleistungsgütern und den Konsumgüter-Herstellern blieb die Reichweite jeweils konstant bei 10,1 beziehungsweise 3,8 und 3,5 Monaten.

In der deutschen Industrie gibt es dem Ifo-Institut zufolge immer weniger Probleme mit Materialknappheit. Im Juli berichteten noch 29,5 Prozent der befragten Firmen von Engpässen, nach 31,9 Prozent im Juni, hatte das Münchner Forschungsinstitut vor kurzem mitgeteilt.

“Die Lage entspannt sich kontinuierlich seit mehr als einem Jahr”, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo Umfragen. “Engpässe gibt es weiterhin bei einigen elektronischen Komponenten.” Am meisten Probleme hat nach wie vor die Autoindustrie, wo rund 60 Prozent von Lieferengpässen berichten.

(Bericht von Klaus Lauer; – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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