Daimler sieht gute Marktchancen für Elektro-Lkw eActros

Frankfurt (Reuters) – Daimler Truck erwartet trotz hohe Anschaffungskosten eine steigende Nachfrage nach der Elektroversion seines Schwerlasters Actros.

Das Geschäft stehe erst am Anfang, doch die Nachfrage beginne zu wachsen, erklärte Karin Radström, Chefin von Mercedes-Benz Trucks und damit der Region Europa des Lkw-Bauers, am Dienstag zur Weltpremiere des “eActros”: “Ich bin optimistisch.” Der batterieelektrische Laster koste in der Anschaffung zwar mindestens doppelt soviel wie das Pendant mit Diesel-Antrieb.

Doch die Gesamtkosten seien über fünf Jahre betrachtet niedriger, wenn das Fahrzeug mit vergleichsweise günstigem Strom fahre. Die Kalkulation geht auf, wenn steigende CO2-Preise den klimaschädlichen Diesel verteuern und die Lkw-Maut für emissionsfreie E-Fahrzeuge zugleich sinkt.

Radström zufolge kurbeln auch Klimaschutz-Ziele der Transportunternehmen selbst und ihrer Kunden wie des Möbelhauses Ikea die Nachfrage an. “Wir sehen großes Interesse”, sagte die Managerin.

“Viele unserer Kunden haben Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele, viele ihrer Kunden haben Erwartungen an sie.” Über den gesamten Lebenszyklus stoße der Elektrolaster 80 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) aus als ein Diesel-Lkw.

Etliche Großkunden hätten mit dem Weltmarktführer für Schwerlaster bereits Absichtserklärungen zum Kauf des eActros unterschrieben. Die Serienproduktion soll Ende 2024 starten.

Ein kritischer Faktor beim Umstieg auf klimafreundliche, sehr leise fahrende Elektro-Lkw ist die Ladeinfrastruktur.

Denn nur, wenn diese gut ausgebaut ist, kann er mit dem Brummi in der Reichweite konkurrieren. Eine Batterieladung reicht für rund 500 Kilometer Fahrt. Findet der Lkw-Fahrer in seiner obligatorischen 45-minütigen Pause einen Rastplatz mit Ladestelle, so dass die Batterie binnen einer halben Stunde auf 80 Prozent aufgeladen werden kann, schafft der Truck die Tagestour von 1000 Kilometern.

Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur sei noch viel zu tun, erklärte Radström.

Daimler Truck beteiligt sich daran im gemeinsam mit den Konkurrenten Traton und Volvo betriebenen Lade-Unternehmen Milence mit einer Investition von 500 Millionen Euro. In Europa sollen 1700 Ladepunkte errichtet werden.

Um den Kunden den Wechsel zu erleichtern, verkauft Mercedes mit dem Fahrzeug Beratung und Ladeausstattung für den Hof des Spediteurs. Kleineren, weniger zahlungskräftigen Kunden soll der Umstieg über Leasing und das Finanzieren der Ladeinfrastruktur erleichtert werden.

(Bericht von Ilona Wissenbach.

Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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