Frankfurt (Reuters) – Trotz Kursgewinne der Deutschen Bank von zeitweise mehr als sieben Prozent ist der Dax erneut ins Minus gerutscht. Der deutsche Leitindex verlor am Mittwochvormittag 0,2 Prozent auf 14.842 Zähler.
“Die Anleger an der Frankfurter Börse fahren weiter auf Sicht und trauen der gestrigen Stabilisierung im Deutschen Aktienindex noch nicht wirklich über den Weg”, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets.
Europaweit veranlassten uneinheitliche Firmenbilanzen und das Warten auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Anleger dazu, Aktien nur mit spitzen Fingern anzufassen. Der Eurostoxx büßte 0,3 Prozent auf 4054 Punkte ein.
Experten gehen davon aus, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde und die anderen Währungshüter auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag in Athen eine Zinspause beschließen werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Sommer 2022 im Kampf gegen die starke Teuerung die Schlüsselsätze bereits zehn Mal in Serie um zusammen 4,50 Prozentpunkte erhöht.
DAX-KONZERNE LEGEN BILANZEN VOR
Die Deutsche Bank übertraf trotz eines Gewinnrückgangs mit ihrem Ergebnis die Analystenerwartung. Auch die Ankündigung zu weiteren Aktienrückkäufen im kommenden Jahr sowie die Auszahlung einer höheren Dividende trieben den Kurs an.
Die Aktie legte daraufhin um zeitweise 7,5 Prozent zu und war damit größter Dax-Gewinner. Davon konnte auch die Commerzbank mit einem Plus von bis zu 1,6 Prozent profitieren. “In Zeiten steigender Zinsen sind Bankaktien in der Regel die großen Profiteure, da sich ihre Gewinnmargen verbessern.
Dies bestätigt die Deutsche Bank mit ihren heute vorgelegten Zahlen”, sagte Molnar.
Die Titel von Beiersdorf drehten nach anfänglichen Verlusten mit einem Zuwachs von einem Prozent ins Plus.
Der Konsumgüterkonzern steigerte dank guter Geschäfte mit seiner Kernmarke Nivea und Hautpflegeprodukten wie Eucerin den Umsatz deutlich und hob seine Prognose erneut an. Auch beim Duft- und Aromenhersteller Symrise ging es nach Zahlen aufwärts.
Die Titel gewannen mehr als zwei Prozent. “Nach mehreren Quartalen mit eher negativen Nachrichten hat Symrise im dritten Quartal über den Erwartungen gelegen”, kommentierten Analysten von Baader Helvea.
Ein wichtiges Highlight sei die Verbesserung bei Tierfutter.
Beim deutschen Autobauer Porsche waren die Anleger hingegen enttäuscht. Obwohl der Gewinn bei einer anhaltend hohen Nachfrage stieg, verloren die Aktien 0,2 Prozent.
IFO-UMFRAGE SIEHT LICHT AM ENDE DES TUNNELS
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft verbesserte sich im Oktober überraschend deutlich. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,1 Punkte auf 86,9 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte.
Von Reuters befragte Fachleute hatten nur mit einem Anstieg auf 85,9 Punkte gerechnet. “In Tagen, die von tristen Konjunkturmeldungen dominiert wird, ist dies eine sehr erfreuliche Nachricht. Doch gleichzeitig muss nun angefügt werden, dass der ifo-Index trotz des Anstiegs noch immer im Niemandsland ist”, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank.
Von den tristen Konjunkturdaten der vergangenen Tage aus Deutschland, der Euro-Zone und Großbritannien war auch der Ölpreis zum vierten Tag in Folge betroffen.
Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu 0,6 Prozent auf 87,55 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI wurde mit 83,16 Dollar je Barrel zeitweise 0,7 Prozent niedriger gehandelt. Das wirkte sich wiederum auf dem europäischen Branchenindex aus, der am Vormittag bis zu 0,7 Prozent tiefer gehandelt wurde.
(Bericht von Nette Nöstlinger, redigiert von Kerstin Dörr.
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