Berlin (Reuters) – Bangladesch steht kurz davor, China als wichtigsten Lieferanten für deutsche Bekleidungsimporte abzulösen.
Von Januar bis September wurden entsprechende Waren im Wert von 5,6 Milliarden Euro aus dem südasiatischen Land eingeführt, was 20,3 Prozent der gesamten Bekleidungsimporte entspricht, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
Damit liegt Bangladesch nur noch knapp hinter China mit einem Anteil von 21,2 Prozent (5,9 Milliarden Euro), aber deutlich vor der Nummer drei Türkei mit 11,8 Prozent (3,3 Milliarden Euro). Insgesamt wurde in den ersten neun Monaten Bekleidung im Wert von 27,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert und damit 14,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Mehr als die Hälfte (53,3 Prozent) entfielen auf die drei genannten Länder.
Bereits 2013 belief sich der Anteil der drei größten Lieferländer auf 53,2 Prozent. “Auch damals waren China, Bangladesch und die Türkei die wichtigsten Lieferländer von Bekleidung nach Deutschland”, so die Statistiker.
“Allerdings verringerte sich seitdem der Anteil Chinas an den Bekleidungsimporten kontinuierlich.” Vor zehn Jahren lag der Anteil der Volksrepublik noch bei 29,4 Prozent, der Bangladeschs stieg parallel dazu von 12,1 auf aktuell 20,3 Prozent.
Aus Deutschland wurde von Januar bis September Bekleidung im Wert von 18,6 Milliarden Euro exportiert. Das waren 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als zwei Drittel (67,5 Prozent) waren jedoch nicht deutschen Ursprungs, sondern sogenannte Re-Exporte.
Sie wurden also in anderen Staaten produziert und ohne weitere Be- oder Verarbeitung von Deutschland ins Ausland wieder ausgeführt.
“Die aus Deutschland exportierte Bekleidung ging vor allem in unsere Nachbarstaaten”, fanden die Statistiker heraus.
Nach Polen wurde in den ersten neun Monaten entsprechende Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro geliefert, ein Plus von 8,5 Prozent. Das entspricht einem Anteil von 13,6 Prozent. Weitere wichtige Abnehmer waren die Schweiz mit Exporten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro (Anteil: 13,3 Prozent) und Österreich mit 2,3 Milliarden Euro (12,5 Prozent).
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)









