Berlin (Reuters) – Der Krieg im Gazastreifen trifft den Touristikriesen TUI kaum noch.
Die anfängliche Delle im Geschäft mit Israels Nachbarland Ägypten sei weitgehend verschwunden, sagte TUI-Deutschlandchef Stefan Baumert am Donnerstag in Berlin.
Anfangs habe es eine Zurückhaltung bei kurzfristigen Buchungen für Oktober bis Dezember gegeben. Das habe man etwa vier bis sechs Wochen gespürt. “Das hat sich inzwischen erholt.” Mit Ausnahme von zwei von hunderten Flügen habe es praktisch keine Kapazitätsanpassung gegeben.
Auch für den Sommer spüre man hier keinen Effekt, sagte Baumert. Der Nahost-Konflikt hatte am 7. Oktober mit dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel begonnen. Seit Wochen kämpft das israelische Militär bei einer Bodenoffensive im Gazastreifen, um die Palästinenser-Gruppe auszuschalten.
Für die Haupturlaubszeit Mitte 2024 spürt TUI für Mallorca eine Nachfrage nahe Rekordniveau.
Die spanische Balearen-Insel führe die Liste der Lieblingsziele auf der Mittelstrecke an, gefolgt von Antalya in der Türkei, sagte Baumert bei der Vorstellung des Sommerprogramms 2024. “Mallorca liegt bei den Buchungen aktuell meilenweit vorn, und wir erwarten auch in diesem Sommer eine höhere Nachfrage denn je.” Auch die Türkei nehme weiter Fahrt auf.
“Hier wollen wir erstmals die Marke von einer Million Gäste aus Deutschland überspringen”, kündigte Baumert an.
Insgesamt steige die Zahl der Frühbucher wieder und liege ein Viertel über dem Vorsommer.
“Wir rüsten uns für einen weiteren Rekordsommer 2024. Für die laufende Wintersaison gebe es ein zweistelliges Buchungsplus. “Ende Dezember, Anfang Januar erwarten wir nochmals einen deutlichen Anstieg der Buchungen”, betonte Baumert.
Beliebt bei der Kundschaft sei auch Griechenland und damit in Richtung Rekord unterwegs. Gefragt wie nie sind demnach vor allem die Inseln Kreta, Rhodos und Kos, sie rangieren bei den Urlaubern auf den Rängen 3 bis 5.
“Für kommenden Sommer rechnen wir mit einer noch größeren Nachfrage und bauen unser Portfolio weiter aus”, sagte Baumert.
Bei den beliebtesten Fernzielen blieben die USA stabil an der Spitze – vor den Malediven, Thailand, Kanada und Mauritius.
Zudem verzeichnet der Tourismuskonzern aus Hannover ein deutliches Plus bei Städtereisen. Spitzenreiter bei deutschen Gästen ist hier New York vor Hamburg, Berlin, Dresden und Rom.
Trotz Digitalisierung setzt TUI weiter auf Reisebüro.
“Die Verzahnung ist hier sehr wichtig”, sagte TUI-Manager Benjamin Jacobi, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing. Viele Kundinnen und Kunden würden vorab online recherchieren und anschließend einen Termin im Reisebüro buchen oder umgekehrt sich dort erst beraten lassen und danach zu Hause über TUI.com selbst buchen.
(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Olaf Brenner.
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