Europas Anleger lassen US-Inflation hinter sich

Frankfurt (Reuters) – Die europäischen Börsen haben zum Wochenschluss die Enttäuschung nach den US-Inflationsdaten hinter sich gelassen.

Der Dax rückte um 0,8 Prozent auf 16.674 Zähler vor.

Der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 4471 Zähler.

“Die Anleger haben den Schock von gestern gut verdaut”, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners.

“Die US-Börsen haben sich bereits im Verlauf des gestrigen Handels deutlich erholt. Europas Börsen holen dies heute nach.”

Angetrieben von höheren Lebensmittelkosten und steigenden Mieten waren die US-Verbraucherpreise im Dezember zwar stärker als erwartet in die Höhe geklettert.

Die Hoffnung der meisten Börsianer, dass die US-Notenbank Fed die im Kampf gegen die hohe Teuerungsrate erhöhten Zinsen 2024 sechs Mal senkt, blieb allerdings unverändert. “Die Anleger bleiben ihrem Motto aus dem vergangenen Jahr treu und sehen nur, was sie sehen wollen”, sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst vom Broker CMC Markets.

ANGRIFFE AUF HUTHI-MILIZ TREIBEN ÖLPREIS IN DIE HÖHE

Die Futures für die wichtigsten US-Indizes lagen dagegen im Minus.

Auf die Stimmung drückten schwach ausgefallene Bilanzen der Großbanken Bank of America, JP Morgan und Wells Fargo. Unter Druck im vorbörslichen Handel an der Wall Street gerieten auch Citigroup. Das Geldhaus hat im Vorfeld ihrer Bilanzveröffentlichung später am Freitag Belastungen und Rückstellungen in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar bekanntgegeben.

Am Ölmarkt sorgten die Angriffen der USA und Großbritannien auf mehrere Militäranlagen der Huthi-Rebellen für steigende Preise.

Das Nordseeöl Brent und das US-ÖL WTI verteuerten sich in der Spitze um jeweils rund 3,5 Prozent auf 80,05 Dollar beziehungsweise 74,55 Dollar je Fass. Es ist das erste Mal, dass die vom Iran unterstützte Gruppe der Huthi-Rebellen bekämpft wird, seit diese Ende vergangenen Jahres damit begonnen hat, internationale Schiffe im Roten Meer zu attackieren.

Das löste Sorgen aus, die Angriffe führten zu einer Ausweitung des Krieges im Gazastreifen. Öl-Anleger fürchten, dass eine Eskalation des Konflikts auch die Ölversorgung in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Die betroffenen Reedereien setzen auf eine langfristige Entspannung der Lage im Roten Meer.

“Wir hoffen, dass diese Maßnahmen und eine stärkere Marinepräsenz schließlich zu einer geringeren Bedrohung führen werden”, erklärte etwa die dänische Maersk. Ihre deutsche Konkurrentin Hapag-Lloyd äußerte sich nicht zu den konkreten Vorfällen.

Die Aktien gewannen zeitweise bis zu knapp fünf Prozent.

AIRBUS HEBEN NACH AUSLIEFERUNGSZAHLEN AB

Auf große Nachfrage bei anderen Einzelwerten stießen unter anderem die in Frankfurt und Paris notierten Airbus-Aktien.

Sie legten jeweils rund drei Prozent zu. Airbus hat mit 735 ausgelieferten Maschinen im vergangenen Jahr seine Position als Nummer eins unter den Flugzeugbauern ausgebaut. Auf den Verkaufsknopf drückten Anleger dagegen bei Porsche-Aktien, denen die Absatzschwäche in China zu schaffen machte.

Die Papiere des Sportwagenbauers verloren knapp drei Prozent. BMW und Volkswagen gehörten mit Abschlägen von knapp ein und anderthalb Prozent ebenfalls zu den wenigen Dax-Verlierern. Die Titel von Volkswagen grenzten ihre Verluste zugleich etwas ein, nachdem der Konzern für 2023 bei fast allen seiner Marken ein Absatzplus vermeldete.

Für schlechte Stimmung in der Luxusbranche sorgte die erneute Prognosesenkung des britischen Modekonzerns Burberry.

Die Aktien rutschten an der Londoner Börse um gut sieben Prozent in den Keller. Sie steuerten auf den heftigsten Tagesverlust seit 2012 zu. Die Titel des Gucci-Mutterkonzerns Kering verloren 2,8 Prozent, LVMH gaben 1,7 Prozent nach.

(Bericht von Daniela Pegna und Zuzanna Szymanska.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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