Frankfurt (Reuters) – Sorgen über den Aktienmarkt in China haben die Börsen in Europa am Mittwoch ins Minus gedrückt.
Der Dax gab um 0,3 Prozent auf 16.980 Punkte nach, nachdem er am Tag zuvor mit 17.049,52 Punkten zeitweise ein frisches Rekordhoch erklommen hatte.
Auch der EuroStoxx50 notierte am Mittwoch mit 4685 Zählern leicht schwächer.
Für Nervosität sorgte unter anderem der Chefwechsel bei der Börsenaufsichtsbehörde in China. Die Volksrepublik bemüht sich nach dem jüngsten Einbruch der chinesischen Börsen auf Mehrjahrestiefs um eine Stabilisierung der Aktienmärkte.
“Wir reden von mehr als fünf Billionen Dollar, die von den Aktienmärkten verschwunden sind”, kommentierte Aneeka Gupta, Aktienstrategin bei Wisdomtree. “Es ist klar, dass die Behörden diese Verluste eindämmen wollen, dass sie dabei Veränderungen einführen und dass sie dabei viel energischer vorgehen wollen als zuvor.”
Nach Aussage von Brokern droht in China eine Welle von Kapitalforderungen, mit denen die Anleger ihre mit geliehenem Geld getätigten Geschäfte nachsichern müssen.
Weiter fallende Kurse könnten so zu Zwangsverkäufen von Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar führen.
RENK UND ATHENER FLUGHAFEN STARTEN ERFOLGREICH AN DIE BÖRSE
Anleger nahmen indes den ersten Börsengang in Deutschland in diesem Jahr freundlich auf.
Im zweiten Anlauf debütierte der deutsche Panzergetriebehersteller Renk erfolgreich an der Frankfurter Börse und feierte seinen Einstand mit einem Kursplus von bis zu 27 Prozent. Der Finanzinvestor Triton platzierte innerhalb von nur zwei Tagen 33,3 Millionen Renk-Aktien für 500 Millionen Euro bei institutionellen Investoren.
Allein Aktien für 100 Millionen Euro zeichnete der “Leopard 2”-Panzerhersteller KNDS (KMW+Nexter Defense Systems). Im Oktober hatte das Unternehmen seinen Börsengang in letzter Minute abblasen müssen, weil viele Investoren kalte Füße bekamen.
Der Athener Flughafen startete ebenfalls erfolgreich an die Börse und legte am ersten Handelstag in der Spitze um mehr als 16 Prozent zu. Die Emission war stark überzeichnet. Der Staat nimmt mit der Teilprivatisierung gut 780 Millionen Euro ein, einschließlich einer im Zuge des Börsengangs fälligen Dividende könnte sich der Erlös auf 1,2 Milliarden Euro summieren.
Für Griechenland ist es der größte Börsengang seit der EU-Schuldenkrise.
BUND VERSILBERT ANTEILE – POST UNTER DRUCK
Auch in Deutschland hat der Staat einen Teil seiner Beteiligung an der Post zu Geld gemacht, um die leeren Kassen zu füllen.
Die Staatsbank KfW platzierte am Dienstagabend ein Paket von 50 Millionen Aktien der Deutschen Post DHL nach eigenen Angaben für 2,17 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren. Damit hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bereits rund die Hälfte der für dieses Jahr geplanten Einnahmen aus dem Verkauf von Bundesbeteiligungen von bis zu vier Milliarden Euro eingenommen, um die Sanierung des Schienennetzes der Deutschen Bahn zu finanzieren.
Post-Aktien rutschten nach der Platzierung um gut vier Prozent ab und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax.
Ein Händler äußerte sich erstaunt darüber, dass die Aktien lediglich mit einem Abschlag von rund zwei Prozent auf den Schlusskurs platziert werden konnten. Für eine so große Platzierung fiel der Abschlag damit ungewöhnlich niedrig aus.
Die KfW nutzte nach eigenen Angaben für den Verkauf das gute Aktienmarktumfeld zum Jahresbeginn.
Bei den Einzelwerten kamen unterdessen die Zahlen von Siemens Energy am Markt gut an. Die Aktien zogen in der Spitze um knapp drei Prozent an.
Insbesondere durch Beteiligungsverkäufe hat der Energietechnik-Konzern im Auftaktquartal schwarze Zahlen geschrieben. “Zwar nur ein Einmaleffekt, aber ein wichtiger, um das Unternehmen nach den massiven Verlusten der Windkraft-Tochter Gamesa wieder zurück in die Spur zu bekommen”, sagte Stratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
(Bericht von Stefanie Geiger und Zuzanna Szymanska; Redigiert von Scot W.
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