Scania bleibt Traton-Zugpferd – MAN kämpft gegen Marktschwäche

München (Reuters) – Die schwedische Lkw-Marke Scania bleibt auch nach dem Ende des Nutzfahrzeug-Booms das Zugpferd der Volkswagen-Tochter Traton.

“Scania war der wichtigste Treiber für das profitable Wachstum”, sagte Finanzvorstand Michael Jackstein am Freitag. Sie steigerte vor allem dank des starken Absatzes in Südamerika die operative Umsatzrendite auf 14,5 (Vorjahr: 13,4) Prozent. MAN kämpfte dagegen mit dem schwachen Europa-Geschäft. In den ersten sechs Monaten verbesserte sich die Rendite des Münchner Lkw- und Bus-Herstellers zwar auf 8,2 (6,8) Prozent. Das werde sich aber im zweiten Halbjahr nicht halten lassen, sagte Traton-Vorstandschef Christian Levin. “Die Kunden werden vorsichtiger, vor allem in Europa und den USA.”

In den ersten sechs Monaten stagnierte der Auftragseingang bei 125.000 Lkw und Bussen, bei MAN brach er um gut ein Viertel ein. In den USA hatte Traton mit einem besonderen Problem zu kämpfen: Weil das Werk des einzigen Lieferanten der US-Tochter Navistar für Rückspiegel abbrannte, standen Tausende halbfertige Lkw auf dem Hof, der Umsatz brach im zweiten Quartal um mehr als ein Fünftel ein, was auch die Marge drückte. Navistar werde den Rückstand aber im zweiten Halbjahr “weitestgehend aufholen”, zeigte sich Traton zuversichtlich.

Im Konzern verbesserte Traton den bereinigten operativen Gewinn auf 2,12 (1,97) Milliarden Euro. Beim Umsatz schafften die Marken Scania, MAN, Navistar und VWCO ein Plus von zwei Prozent auf 23,4 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite stieg um einen halben Prozentpunkt auf 9,1 Prozent. Die für das ganze Jahr angepeilten neun Prozent seien “in sicherer Reichweite”, sagte Levin. Mit 160.000 wurden dagegen fünf Prozent weniger Lastwagen und Busse an die Kunden ausgeliefert als im Vorjahr, bei MAN allein lag das Minus bei zwölf Prozent.

Die Zahlen trieben die in den MDax aufgestiegene Traton-Aktie um 2,8 Prozent auf 29,55 Euro nach oben.

Zusätzlichen Schwung verspricht sich Traton von einer engeren Zusammenarbeit der Marken. Finanzchef Jackstein sagte, signifikante Teile der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen würden zu einer markenübergreifenden Organisation zusammengeführt. “Wir wachsen somit als Gruppe kontinuierlich weiter zusammen.”

(Bericht von Christina Amann und Alexander Hübner; Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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