Frankfurt (Reuters) – Gewinnmitnahmen haben die Börsen in Europa am Dienstag leicht ins Minus gedrückt.
Der Dax notierte gegen Mittag leicht schwächer bei 20.329 Punkten. Bereits am Montag hatte er nach sieben Tagen mit Kursgewinnen erstmals etwas schwächer geschlossen.
Der EuroStoxx50 gab 0,3 Prozent auf 4970 Punkte nach.
Laut Jochen Stanzl, dem Chefanalysten vom Broker CMC Markets, sollte die jüngste Ankündigung einer geldpolitischen Lockerung in China den Dax eigentlich weiter steigen lassen.
“Und wenn gute Nachrichten nicht mehr zu steigenden Kursen führen, ist das in der Regel ein Warnzeichen. Sie sind bereits in den Kursen enthalten”, konstatierte der Experte.
Für Zurückhaltung sorgte auch die Erwartung wichtiger Termine im weiteren Wochenverlauf.
Im Rampenlicht am Mittwoch steht der US-Inflationsbericht für die USA im November. Am Donnerstag entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) zum letzten Mal in diesem Jahr über den Leitzins. Bis dahin dürften sich Marktteilnehmer tendenziell zurückhalten, sagte Experte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
ÖLPREIS GIBT NACH – GOLD STEIGT WEITER
Auch am Ölmarkt ging es leicht nach unten.
Die Preise für die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI geben trotz der jüngsten Angriffe Israels in und um Damaskus jeweils knapp ein halbes Prozent nach. Am Montag waren sie um je rund 1,5 Prozent gestiegen.
“Die Spannungen im Nahen Osten scheinen sich in Grenzen zu halten, was die Marktteilnehmer dazu veranlässt, ein geringeres Risiko für die Ölversorgung einzupreisen”, sagte Yeap Jun Rong, Stratege beim Broker IG.
Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad arbeiten die syrischen Rebellen an der Bildung einer Übergangsregierung. Syrien selbst ist zwar kein großer Ölproduzent, aber das Land unterhält enge Beziehungen zu den wichtigen Förderern Russland und Iran.
Der Goldpreis stieg indes weiter.
Das gelbe Metall verteuerte sich um gut ein halbes Prozent auf 2673 Dollar je Feinunze. “Der rasche Sturz des syrischen Machthabers Assad hat die bereits lange Liste der geopolitischen Veränderungen der vergangenen Wochen um einen Eintrag erweitert, was dem als sicherer Hafen bekannten Edelmetall zugute kommt”, erläuterte Experte Stanzl.
Zudem habe China trotz Rekordpreisen seine Käufe wieder aufgenommen, was als großer Vertrauensbeweis in die weitere Goldpreisentwicklung gewertet werde.
TALABAT-IPO ENTTÄUSCHT – DELIVERY HERO MIT KURSRUTSCH
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte Teamviewer mit einem Kurseinbruch um zwölf Prozent.
Die Pläne des Fernwartungssoftware-Anbieters, die britische Softwarefirma 1E zu übernehmen, kamen einem Händler zufolge bei Anlegern nicht gut an.
Unter Druck geriet auch Delivery Hero. Die Titel des Berliner Essenslieferdienstes rutschten um fast zehn Prozent ab.
Beim größten Börsengang des Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten debütierten die Aktien der Delivery-Hero-Tochter Talabat zunächst mit Kursgewinnen. Danach drehten sie allerdings ins Minus und lagen mit 1,52 Dirham (0,39 Euro) unter dem Ausgabepreis von 1,60 Dirham.
An der Börse in London setzte eine Gewinnwarnung die Aktie des britischen Maschinenvermieters Ashtead unter Druck.
Die Titel des Spezialisten für Baugeräte, Hebebühnen und Pumpen verloren mehr als elf Prozent und waren damit die größten Verlierer im Londoner Leitindex FTSE 100.
In Stockholm gab die Aktie der “Gardena”-Mutter Husqvarna nach einem enttäuschenden Ausblick um 6,4 Prozent nach.
“Während der prognostizierte Umsatzrückgang noch mit dem Konsens übereinstimmt, ist der Verlust etwa doppelt so groß wie erwartet”, schrieben die Analysten des Finanzdienstleisters Kepler Cheuvreux.
(Bericht von Zuzanna Szymanska.
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