München (Reuters) – Die Deutsche Bank bekommt im nächsten Jahr einen neuen Finanzvorstand.
James von Moltke habe angekündigt, seinen im Juni 2026 auslaufenden Vertrag nach acht Jahren im Amt nicht zu verlängern, teilte das größte deutsche Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
Es sei “Zeit für etwas Neues”, schrieb der 55-Jährige in einem Reuters vorliegenden Brief an seine Mitarbeiter. Dass die Bank in diesem Jahr die nächste Phase ihrer Strategie einläuten wolle, sei “die passende Gelegenheit für einen Wechsel”.
Von Moltkes Nachfolger steht bereits fest: Raja Akram kommt zum 1. Oktober von Morgan Stanley zur Deutschen Bank.
Kontinuität bewahrt die Bank dagegen an der Spitze: Der Vertrag von Vorstandschef Christian Sewing sei vorzeitig bis April 2029 verlängert worden, erklärte die Deutsche Bank.
Im Gegensatz zur vorherigen Verlängerung bekommt Sewing aber nur drei Jahre mehr. Beim Auslaufen seines neuen Vertrages wäre er 59 Jahre alt. “Wir im Aufsichtsrat sind überzeugt, dass Christian der Richtige ist, um die Bank durch die nächste Phase ihrer Strategie zu führen”, erklärte Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts.
Sewing steht seit 2018 an der Spitze der Bank und hat sie seither kräftig umgebaut.
Der gebürtige Pakistani Akram, der mit 17 Jahren in die USA gekommen war, soll im Januar in den Vorstand aufrücken und im ersten Halbjahr 2026 von Moltke ablösen, der seit acht Jahren für die Finanzen des Geldhauses verantwortlich ist.
Akram ist seit 2020 stellvertretender Finanzchef der US-Investmentbank Morgan Stanley, vorher hatte er für die Citigroup<C.N> gearbeitet. Dort war er zeitweise auch zusammen mit von Moltke aktiv.
Sewing gab Akram in einem Schreiben an die Belegschaft Vorschusslorbeeren: “Er genießt einen exzellenten Ruf als einer der fähigsten Finanzmanager in der Branche, und ich schätze auch seine Qualitäten als Führungspersönlichkeit außerordentlich.” Von Moltke habe “wesentlich dazu beigetragen, dass wir voll auf Kurs sind, um unsere ehrgeizigen Ziele am Ende dieses Jahres zu erreichen”.
Neben von Moltke verlässt auch der für das Amerika-Geschäft und juristische Themen verantwortliche Vorstand Stefan Simon die Bank, und zwar schon Ende April – “aus persönlichen Gründen”, wie es hieß.
Simon war 2020 vom Aufsichtsrat in den Vorstand gewechselt. Für Amerika ist ab Mai der für das Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft verantwortliche Fabrizio Campelli von London aus zuständig.
Sein Vertrag wurde ebenfalls um drei Jahre bis Oktober 2028 verlängert. Die Rechts- und Regulierungs-Themen verantwortet künftig Vorstandschef Sewing selbst.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Scot W.
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