Madrid (Reuters) – Die Konsumflaute infolge der US-Zölle und ein kühles Frühjahr in Spanien haben die Zara-Mutter Inditex ausgebremst: Der Modekonzern mit seinen Marken Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti und Bershka konnte im ersten Quartal zwar zulegen, allerdings blieben die Wachstumsraten unter denen der Boom-Jahre.
Das Zollumfeld sei schwer vorherzusagen, aber Inditex sei gut aufgestellt, um es zu überstehen, sagte Investor-Relations-Chef Gorka Garcia-Tapia.
“Wir sind global aufgestellt und verfügen daher über umfangreiche Erfahrung aus den letzten Jahrzehnten im Umgang mit veränderten Zollsystemen”, sagte er.
Inditex habe durch seine unterschiedlichen Vertriebs- und Beschaffungsstrukturen die nötige Flexibilität. “Wir konzentrieren uns auf die Beschaffung vor Ort. Ich denke, das kommt uns im Hinblick auf die USA sehr zugute.”
Die Anleger waren weniger zuversichtlich: Die Aktien der weltweiten Nummer Eins gaben um über drei Prozent auf 47,69 Euro nach.
“Wir müssen einen Schritt zurücktreten und ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich in diesem Umfeld als recht gut betrachten”, kommentierte Bernstein-Analyst William Woods.
ZUWÄCHSE VERFEHLEN MARKTERWARTUNGEN
Im Zeitraum Februar bis April kletterten die Erlöse leicht auf 8,27 (Vorjahr: 8,15) Milliarden Euro und blieben damit unter den Markterwartungen von 8,36 Milliarden.
Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um ein Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu, während das Vorsteuerergebnis bei 1,7 Milliarden Euro stagnierte.
Auch der Start in den Sommerschlussverkauf im Zeitraum Mai bis 9.
Juni fiel mit einem Plus von sechs Prozent schwächer aus als im Vorjahr, als die Nachfrage der Kunden den Umsatz noch um zwölf Prozent steigen ließ. Das regenreiche Wetter in Spanien – das Land macht 15 Prozent des weltweiten Umsatzes von Inditex aus – dürfte sich neben der schwindenden Kauflust negativ auf die Geschäfte des Einzelhändlers ausgewirkt haben, kommentierten Bernstein-Analysten.
Konzernchef Oscar Garcia Maceiras hatte im März vor einem Abflauen der Nachfrage vor allem in den USA gewarnt.
Der Handelskrieg mit China, Mexiko und Kanada hemme die ohnehin verhaltene Konsumlaune der Verbraucher.
Inditex hat sich in der schwierigen Marktlage bisher besser geschlagen als seine Wettbewerber.
So verzeichnete der schwedische Modekonzern H&M<HMb.ST> im März ein Umsatzplus von einem Prozent, was auf einen mauen Start in die Frühjahrssaison hindeutete. Neben Inditex setzt H&M auch die Billigkonkurrenz aus China wie Shein zu.
(Bericht von Helen Reid und Inti Landauro, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Philipp Krach.
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