AkzoNobel und Axalta schmieden neuen Farben-Giganten

Frankfurt (Reuters) – Der niederländische Farbenhersteller AkzoNobel will mit seinem US-Rivalen Axalta fusionieren und damit einen neuen Branchenriesen schaffen.

“Durch diesen Zusammenschluss können wir unsere Wachstumsambitionen beschleunigen, indem wir sich hervorragend ergänzende Technologien zusammenführen”, erklärte Akzo-Chef Greg Poux-Guillaume am Dienstag.

Durch die Fusion entstehe ein Konzern mit einem Wert von 25 Milliarden Dollar, der von Poux-Guillaume geleitet werden soll. Der Deal ist eine Reaktion auf höhere Kosten, intensiven Wettbewerb und die Unsicherheit durch die von den USA verhängten Zölle.

An dem neu entstehenden Konzern sollen die AkzoNobel-Aktionäre 55 Prozent der Anteile halten, die Axalta-Investoren 45 Prozent.

Zusätzlich kündigte AkzoNobel eine Sonderdividende von 2,5 Milliarden Dollar an. Der Hauptanreiz des Deals liegt laut Poux-Guillaume vor allem in der Steigerung der Profitabilität durch Kostensenkungen und weniger in der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage.

Angestrebt wird eine operative Gewinnmarge von 20 Prozent – ein ehrgeiziges Ziel: 2024 lag die Marge von AkzoNobel nur bei 13,8 Prozent.

PROFITABILITÄT IM FOKUS – SYNERGIEN SOLLEN MARGE TREIBEN

Poux-Guillaume hob die Profitabilität des Partners hervor.

“Was bei Axalta wirklich heraussticht, ist ihre hohe Profitabilität”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. 2024 lag die bereinigte operative Gewinnmarge des US-Unternehmens bei gut 21 Prozent.

Der neue Lackriese soll einen Jahresumsatz von 17 Milliarden Dollar erreichen und ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 3,3 Milliarden Dollar. Jährliche Kosteneinsparungen von 600 Millionen Dollar sollen erzielt werden – 90 Prozent davon in den ersten drei Jahren.

Mit dem Zusammenschluss schlägt AkzoNobel einen anderen Weg ein als der deutsche Wettbewerber BASF.

Dieser hatte im Oktober eine Mehrheit an seinem Lackgeschäft an den Finanzinvestor Carlyle verkauft und damit sein Engagement im automobilnahen Bereich reduziert. Poux-Guillaume verweist dagegen auf ein künftig margenstärkeres Portfolio.

Beide Fusionspartner sind seit Langem in der Branche verwurzelt: AkzoNobel wehrte 2017 eine feindliche Übernahme durch den US-Rivalen PPG Industries ab und spaltete ein Jahr später sein Spezialchemiegeschäft ab, um sich vollständig auf Farben und Lacke zu konzentrieren.

Axalta wiederum entstand aus dem früheren DuPont-Lackgeschäft und wurde 2013 von Carlyle an die Börse gebracht. Für Akzo ist es der größte Deal seit der Übernahme des britischen Wettbewerbers ICI im Jahr 2008.

Der neue Konzern soll stärker auf Industrielacke setzen, die als weniger konjunkturanfällig gelten als dekorative Farben.

Er wird seine Hauptsitze in Amsterdam und Philadelphia haben und zunächst in beiden Ländern notiert sein, langfristig ist eine alleinige Notierung in New York geplant. Der Abschluss der Fusion wird Ende 2026 bis Anfang 2027 erwartet.

(Bericht von Dimitri Rhodes und Patricia Weiß, redigiert von Olaf Brenner; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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