Insider: Asiatische Rivalen loten Übernahme von Puma aus

Hongkong/München (Reuters) – Der deutsche Sportartikelkonzern Puma hat einem Insider zufolge das Interesse chinesischer Konkurrenten auf sich gezogen.

Zu den Interessenten, die eine Übernahme des in die Krise geratenen Traditionsunternehmens aus Herzogenaurach prüften, gehörten Anta Sports und Li Ning, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Der Jack-Wolfskin-Eigentümer Anta und Li Ning könnten sich dabei mit Finanzinvestoren zusammentun. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge könnte auch die japanische Asics Interesse an Puma zeigen.

Der französische Puma-Großaktionär Artemis, der 29 Prozent hält, ist einem Verkauf gegenüber aufgeschlossen – allerdings nicht zu den aktuellen Kursen.

Die Puma-Aktie stieg am Donnerstag um 15 Prozent auf 19,60 Euro, nachdem Bloomberg die möglichen Interessenten genannt hatte.

Mit 17 Euro hatte sie am Mittwoch nahe einem Zehn-Jahres-Tief geschlossen, das entspricht einem Börsenwert von gut 2,5 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr hat sie fast zwei Drittel ihres Wertes verloren.

Anta ist an der Hongkonger Börse rund 30 Milliarden Dollar wert, Asics in Tokio umgerechnet knapp 18 Milliarden und Li Ning sechs Milliarden Dollar.

Die von dem ehemaligen Weltklasse-Turner Li Ning gegründete gleichnamige Firma erklärte, sie halte an ihrer Ein-Marken-Strategie fest.

Zu Puma gebe es “keine substanziellen Verhandlungen oder Evaluierungen”. Puma wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Anta und Asics waren für Stellungnahmen zunächst nicht erreichbar.

DER SCHLÜSSEL LIEGT IN FRANKREICH

Der Schlüssel zu einer Übernahme von Puma läge bei Artemis, der Familienholding des französischen Milliardärs und Kering-Großaktionärs Francois Pinault.

Artemis ist hoch verschuldet und hatte seine Beteiligung von 29 Prozent an Puma zuletzt als “nicht strategisch” bezeichnet. Eine Artemis-Sprecherin sagte, es gebe Interesse an Puma, man wolle aber zum derzeitigen Börsenkurs nicht verkaufen.

Im Moment hat Artemis mit der Sanierung des ehemaligen Puma-Großaktionärs, des französischen “Gucci”-Konzerns Kering, genug zu tun.

Anta hatte sich bereits für die Übernahme von Amer Sports mit dem Finanzinvestor FountainVest verbündet.

Er könnte einem Insider zufolge auch bei Puma eine Rolle spielen. Zu Amer gehören bekannte Marken wie Atomic, Salomon und Wilson sowie die Outdoor-Firmen Peak Performance und Arcteryx. Im Frühjahr hatte Anta die deutsche Outdoor-Marke Jack Wolfskin gekauft.

Der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld versucht Puma als Vorstandschef seit einigen Monaten wieder auf Erfolgskurs zu bringen und das Billig-Image abzustreifen.

Die neue Strategie soll spätestens 2027 greifen und Puma wieder in die Gewinnzone zurückführen. Die ehemalige Nummer drei auf dem Sportartikelmarkt war zuletzt hinter Marken wie New Balance, Skechers und Lululemon zurückgefallen.

Hoelds Vorgänger Arne Freundt musste nach zweieinhalb Jahren gehen.

(Bericht von Kane Wu, Helen Reid, Rishabh Jaiswal und Alexander Hübner. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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