Frankfurt, 16. Dez (Reuters) – Eine schwächere Nachfrage nach seinen Corona-Arzneien sowie Patentverluste bei mehreren Medikamenten bremsen Pfizer.
Der US-Pharmakonzern stellte sich für das kommende Jahr auf einen Umsatzrückgang ein und enttäuscht mit seinem Ausblick die Anleger.
Für 2026 rechnet Pfizer mit einem Umsatz von 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Umsatzprognose für 2025 grenzte Pfizer zugleich auf rund 62 Milliarden Dollar ein, nach bislang 61 bis 64 Milliarden Dollar.
Belastend wirken die sinkende Nachfrage nach Covid-Impfungen und dem Corona-Medikament Paxlovid – verstärkt durch eine von der US-Regierung befeuerte Impfskepsis – sowie negative Effekte aus auslaufenden Patenten.
Allein aus dem Covid-Geschäft erwartet Pfizer 2026 rund 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz als im laufenden Jahr, weitere etwa 1,5 Milliarden Dollar entfallen auf Patentverluste.
Auch beim Gewinn bleibt Pfizer unter den Erwartungen.
Der Konzern prognostiziert für 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,80 bis 3,00 Dollar und liegt damit unter der Analystenschätzung von 3,05 Dollar. Pfizer setzt derweil weiter auf einen strikten Sparkurs.
Bis 2027 peilt das Unternehmen Einsparungen von mehr als sieben Milliarden Dollar an und erklärte, die Kostensenkungsziele für 2025 bereits übertroffen zu haben. Der Großteil der Einsparungen soll im kommenden Jahr realisiert werden.
Ohne das schrumpfende Covid-Geschäft und Produkte mit auslaufenden Patenten rechnet Pfizer 2026 mit einem operativen Umsatzwachstum von vier Prozent.
Zugleich steigen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung.
Für 2026 erwartet Pfizer bereinigte F&E-Kosten von 10,5 bis 11,5 Milliarden Dollar – rund 500 Millionen Dollar mehr als im laufenden Jahr. Grund sind unter anderem die Weiterentwicklung eines von 3SBio einlizenzierten Antikörpers sowie mehrere klinische Programme des kürzlich übernommenen Biotech-Unternehmens Metsera.
Mit dem bis zu zehn Milliarden Dollar schweren Zukauf sicherte sich Pfizer im vergangenen Monat den Einstieg in den stark wachsenden Markt für Adipositas-Medikamente. Dem war ein harter Bieterwettstreit mit dem Hersteller der Abnehmspritze Wegovy, Novo Nordisk, vorausgegangen.
(Bericht von Patricia Weiß in Frankfurt und Puyaan Singh in Bangalore, redigiert von Olaf Brenner.
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