KNDS will 2026 an die Börsen in Frankfurt und Paris

München, 17. Dez (Reuters) – Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS treibt seine Börsenpläne für das kommende Jahr voran.

Geplant sei ein Doppel-Listing in Frankfurt und Paris, teilte das Unternehmen am Mittwoch am Firmensitz in Amsterdam mit.

“Die Zeit ist reif und das Unternehmen ist bereit”, sagte Verwaltungsratschef Thomas Enders. Der Hersteller des “Leopard 2”-Kampfpanzers folgt damit dem Vorbild des französisch-deutschen Flugzeugbauers Airbus, dessen Aktien allerdings überwiegend in Paris gehandelt werden.

KNDS könnte Insidern zufolge dabei mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden und gilt als einer der größten Hoffnungsträger im europäischen Markt für Initial Public Offerings (IPO).

Finanzkreisen zufolge peilt KNDS für den Börsengang ein Zeitfenster im Juni und Juli an.

Derzeit läuft die Auswahl der Banken, die das Unternehmen an die Börse begleiten sollen. Das geschieht in der Regel fünf bis sechs Monate vor dem Börsengang. Ein Investmentbanker sagte der Nachrichtenagentur Reuters: “In der Rüstungsbranche werden alle ihre IPO-Pläne beschleunigen.” Als Berater hatte KNDS schon die Investmentbank Lazard angeheuert.

Im eigenen Verwaltungsrat, der vom früheren Airbus-Chef Enders geführt wird, soll sich Christian Schulz um den Börsengang kümmern. Der ehemalige Finanzchef des Panzergetriebeherstellers Renk – eines großen Zulieferers von KNDS – zieht zum 1.

Januar in das Gremium ein. Schulz hatte Renk und den Lkw-Hersteller Traton an die Börse geführt.

“Dieses Projekt öffnet ein neues Kapitel in der Entwicklung von KNDS”, sagte Vorstandschef Jean-Paul Alary.

Er hatte die Börsenpläne bereits im September angekündigt. Der Börsengang solle die Wachstumsstrategie von KNDS unterstützen und mit dem Zugang zum Kapitalmarkt weitere Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten und in die Technik ermöglichen.

Alary bezeichnete die Struktur von KNDS als Musterbeispiel für eine europäische Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie, “getrieben von einem gemeinsamen Ziel: zu größerer Stabilität und dauerhafter Sicherheit in Europa und darüber hinaus beizutragen”.

KNDS ist aus dem deutschen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und dem französischen Konkurrenten Nexter entstanden.

Der Name steht für KMW + Nexter Defense Systems. Die Anteile liegen beim französischen Staat und der Unternehmer-Dynastie Bode. Das könnte sich allerdings noch vor dem Börsengang ändern. Alary hatte im September Gespräche mit der Bundesregierung über einen Einstieg mit einer Sperrminorität von mindestens 25 Prozent bestätigt.

Sie könnte Anteile von der ausstiegswilligen Familie erwerben. Eine Entscheidung soll Insidern zufolge bis Februar fallen.

KNDS-CHEF WILL RHEINMETALL NICHT ALS MITEIGENTÜMER

Einen Einstieg von Rüstungskonzernen wie Rheinmetall, Airbus und Thales hatte Alary ausdrücklich ausgeschlossen.

“Rheinmetall wird nicht die strategische Ausrichtung bieten, die für KNDS erforderlich ist”, sagte Alary damals. Rheinmetall verfolge eine Diversifizierung, während KNDS ein Hersteller von Landsystemen bleiben wolle.

KNDS ist angesichts der Aufrüstung in Europa auf Expansionskurs.

Seit 2023 habe man 500 Mitarbeiter eingestellt. Dank eines Rekord-Auftragseingangs von 11,2 Milliarden Euro saß das Unternehmen bereits Ende 2024 auf einem Orderbestand von 23,5 Milliarden Euro. Der Auftragsstrom habe auch 2025 nicht nachgelassen, erklärte das Unternehmen.

Erst vor kurzem hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Bestellung weiterer 75 “Leopard 2A8”-Panzer für die Bundeswehr für 2026 in Aussicht gestellt, insgesamt sind es fast 200.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 3,8 (2023: 3,3) Milliarden Euro – bei “überdurchschnittlichen Renditen”.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Myria Mildenberger.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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