Thyssenkrupp-Wasserstoff-Tochter Nucera kämpft mit Auftragsschwund

Düsseldorf, 17. Dez (Reuters) – Die Thyssenkrupp-Wasserstoff-Tochter Nucera bekommt den schwindenden Hype um klimaschonenden Wasserstoff immer mehr zu spüren.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 (per Ende September) seien die Aufträge in dem Segment Grüner Wasserstoff um 77 Prozent auf drei Millionen Euro eingebrochen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Zusätzliche Aufträge in diesem Bereich würden voraussichtlich erst in den Folgejahren signifikante Auswirkungen auf den Umsatz haben.

Das traditionelle Chlor-Alkali-Geschäft verzeichnete im Schlussquartal hingegen mit neuen Aufträgen im Volumen von 107 Millionen Euro lediglich einen Rückgang um sechs Prozent.

Vorstandschef Werner Ponikwar erwartet jedoch bald bessere Zeiten.

Das laufende Geschäftsjahr sei ein Übergangsjahr, sagte der Manager am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. “Wir sind davon überzeugt, dass wir dieses Jahr wieder neue Aufträge gewinnen können.” Damit könne Nucera im nächsten Geschäftsjahr auch wieder in eine stärkere Wachstumsphase kommen.

Der Auftragseingang solle im laufenden Jahr auf 350 bis 900 Millionen Euro nach zuvor 348 Millionen Euro steigen.

AUFTRAGSBESTAND SCHRUMPFT ZUSAMMEN

Nucera hatte bereits im November zahlreiche Kennziffern vorgelegt, die der Konzern jetzt bestätigte.

Im vergangenen Geschäftsjahr schmolz der Auftragsbestand insgesamt auf 606 Millionen Euro von zuvor 1,1 Milliarden Euro zusammen. In der schwächelnden Sparte Grüner Wasserstoff will Ponikwar die rückläufigen Umsätze unter anderem mit Kosteneinsparungen und einem besseren Projektmix teilweise kompensieren.

Überstunden sollen abgebaut und Beraterverträge reduziert werden. Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Nucera hatte die Mitarbeiterzahl seit 2022/23 von 675 auf knapp 1100 aufgebaut. Große Neubauprojekte in beiden Segmenten sowie das Chlor-Alkali-Servicegeschäft sollen im laufenden Jahr für eine positive Entwicklung sorgen.

Operativ (Ebit) rechnen die Dortmunder jedoch mit einem Ergebnis zwischen null bis minus 30 Millionen Euro nach einem Gewinn von zuletzt zwei Millionen Euro.

(Bericht von Tom Käckenhoff, redigiert von Philipp Krach.

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