Maersk befährt wieder wichtige Route für den Welthandel

Oslo/Düsseldorf, 15. Jan (Reuters) – Die dänische Reederei ⁠Maersk will nach ​zwei Jahren Unterbrechung wieder ‌Schiffe durch das Rote Meer und den Suezkanal schicken.

Dies ist ein erster ‍großer Schritt zur ‍Beendigung der Störungen im Welthandel, die durch Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Schiffe ausgelöst wurden.

Das Unternehmen begründete den Schritt am Donnerstag mit einer Stabilisierung der Lage in der Region. Der deutsche Konkurrent Hapag-Lloyd prüft noch, ob er ebenfalls wieder die Route nehmen sollte. Der Schritt der dänischen Reederei ändere die Lage, sagte ein Sprecher.

Hapag-Lloyd werde in ‌den kommenden Tagen noch keine Schiffe durch die Region schicken, beobachte die Situation aber sehr genau. Der Chemieverband VCI wertete die Wiederaufnahme der Route als positives Signal.

Die erste reguläre Fahrt soll am 26.

Januar vom Hafen Salalah im Oman aus starten, teilte Maersk weiter mit. “Die Entscheidung folgt auf eine anhaltende Stabilisierung der Bedingungen im und um das Rote Meer, einschließlich des Suez-Korridors”, hieß es in einer Erklärung.

Maersk hatte die Route im Januar bereits getestet. Die Dänen haben indes auch Notfallpläne für den Fall einer ‌Verschlechterung ‌der Sicherheitslage. Dann könnten einzelne Fahrten oder der gesamte Dienst wieder über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet werden.

Die Aktie von Maersk fiel nach der Entscheidung um ‌mehr als sieben Prozent. Anleger befürchten, ‍dass die Rückkehr zu der kürzeren Route die ‌Frachtraten drücken könnte.

Seit mehr als zwei Jahren meiden Reedereien die Passage und schicken ihre Schiffe stattdessen auf der längeren Route um Afrika herum.

Grund waren Angriffe der von Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen auf Schiffe, die die Huthi als Zeichen der Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen bezeichneten. Eine Waffenruhe in dem Konflikt mit Israel hatte zuletzt die Hoffnung auf eine Normalisierung des Schiffsverkehrs geweckt.

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hatte im Dezember gesagt, es werde einige Monate dauern, bis die Branche den Neustart schrittweise vollzogen habe. Dies müsse geordnet geschehen, um eine Überlastung der Häfen in Europa und den USA zu vermeiden.

“Der Suez-Kanal ist für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie von zentraler Bedeutung”, erklärte der Branchenverband VCI.

‌Rund 40 Prozent der Chemie- und Pharmaexporte außerhalb Europas gingen nach Asien, der überwiegende Teil davon auf dem Seeweg. Die kürzere ‌Route können nun die Frachraten entlasten. Doch auch die Folgen einer Wiederaufnahme der Route dürfe nicht überschätzt werden, die grundlegenden Probleme der Branche wie etwa schwache Nachfrage und hohe Kosten bestünden weiter.

(Bericht von Terje Solsvik, Matthias Inverardi und Anneli Palmen, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden ​Sie sich bittean unsere Redaktion ​unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für ‍Unternehmen und Märkte).)

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