Dax-Anleger lassen zum Wochenschluss Vorsicht walten

Frankfurt, 16. Jan (Reuters) – Nach einem schwungvollen Jahresauftakt ⁠haben die Dax-Anleger ​zuletzt eher den Fuß vom Gas ‌genommen.

Der deutsche Leitindex verlor am Freitag 0,1 Prozent auf 25.321 Zähler, der EuroSToxx50 gab 0,3 Prozent ‍nach.

Vor allem ‍die Spannungen rund um das Thema Iran und der US-Anspruch auf Grönland belasteten die Investoren. Fraglich sei, ob schwerwiegende politische oder gar militärische Eskalationen derzeit überhaupt in den Börsenkursen abgebildet seien oder ob hier ein böses Erwachen drohe, hieß es in einem Kommentar von ActivTrades.

Seit Jahresanfang ging es für den Dax steil bergauf – erst am Dienstag markierte der deutsche Leitindex mit 25.507,79 Zählern ein frisches Rekordhoch. In den kommenden Wochen könnte die Volatilität nun zunehmen, prognostizierte Saira ‌Malik vom Vermögensverwalter Nuveen.

ÖLPREIS MIT STARKEN AUF UND AB

Sorgenvoll blicken Anleger auf die Unruhen im Iran. Sie fürchten einen Militärschlag der USA, sollte die Führung in Teheran die Proteste weiter gewaltsam niederschlagen.

US-Präsident Donald Trump hat den Iran bereits mehrfach vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt. Laut der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA wurden bisher 2435 Demonstrierende und 153 Mitarbeiter staatlicher Sicherheitskräfte getötet.

Der Iran hat nun nach Angaben des US-Präsidialamtes 800 Hinrichtungen ausgesetzt.

Unter den Öl-Investoren blieb die Nervosität hoch: Nach einem Preisrutsch am Donnerstag verteuerten sich das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI wieder um mehr als ein Prozent auf 64,53 beziehungsweise 59,91 Dollar je Fass.

Die Angst vor Versorgungsengpässen ‌angesichts der ‌Unruhen im Iran dürfte für stärkere Schwankungen bei den Ölpreisen sorgen, prognostizierten die Analysten von BMI.

Deutlich nach unten ging es am Rohstoffmarkt für Kupfer.

Das Industriemetall verbilligte sich wegen der Spekulationen auf eine schwächere Nachfrage aus ‌China um bis zu 2,5 Prozent auf 12774 ‍Dollar je Tonne. Der Preisrückgang machte den Aktien von ‌Bergbauunternehmen zu schaffen.

Die Titel von Antofagasta, Rio Tinto und Anglo American verloren zwischen 2,8 und 2,1 Prozent.

AUTOAKTIEN MÜSSEN FEDERN LASSEN

Unter die Räder gerieten auch die Autoaktien. Im Dax gaben die Papiere von Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Daimler Truck zeitweise zwischen 1,6 und 1,2 Prozent nach.

Der europäische Branchenindex notierte 1,5 Prozent schwächer. Der Lkw-Bauer Daimler Truck hat wegen der schwachen Nachfrage auf seinem wichtigsten Markt USA im vergangenen Jahr deutlich weniger Nutzfahrzeuge verkauft.

Dem Autobauer Porsche machte vor allem ein Absatzeinbruch in China zu schaffen. Er setzte im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Autos ab als im Vorjahr.

Im SDax starteten Klöckner & Co angesichts der Übernahmepläne von Worthington Steel durch.

Die Papiere des Stahl- und Metallverarbeiters schossen um bis zu 29,6 Prozent auf 11,16 Euro in die Höhe. Am Donnerstag hatte die Aktie bei 8,61 Euro geschlossen. Worthington bietet laut Klöckner im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots an alle Aktionäre 11,00 ‌Euro pro Klöckner-Aktie.

Der Deal komme nicht überraschend, sei aber dennoch eine sehr positive Nachricht, vor allem mit Blick auf das Gebot im Vergleich zum Ausgangskurs, sagte ‌ein Händler.

Am Nachmittag dürfte sich der Blick der Anleger Richtung USA wenden.

Auf der Agenda stehen die Daten zur Industrieproduktion vom Dezember. “Alles in allem werden die Zahlen wohl nicht für konjunkturellen Optimismus sorgen”, meinen die Analysten der Helaba.

Der Dollar-Index und der Euro traten mit 99,22 Punkten beziehungsweise 1,1619 Dollar im Vorfeld auf der Stelle.

(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. ​Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte ​an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für ‍Unternehmen und Märkte).)

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