Unicredit-Chef: Übernahme von Commerzbank wegen Kursanstiegs unattraktiv

Mailand (Reuters) – Unicredit-Chef Andrea Orcel hat vor einer langen Hängepartie im Fall der von seinem Institut umworbenen Commerzbank gewarnt.

Gebe es keinen Dialog um das Frankfurter Institut, drohe eine lange Phase des Stillstands, die auch für Deutschland nicht gut sei, sagte er bei einer Investorenkonferenz am Mittwoch.

Unicredit habe weiter die Optionen, die Commerzbank-Beteiligung zu behalten, sie mit Gewinn weiterzuverkaufen oder in Übernahmeverhandlungen einzutreten. Der Preis für die Commerzbank-Aktien sei zudem so gestiegen, dass eine Übernahme-Offerte aktuell wenig attraktiv sei.

Aber auch bei einem weiteren Übernahmeplan kommt Orcel im italienischen Heimatmarkt nicht voran: Die Chancen, den Konkurrenten Banco BPM schlucken zu können, lägen derzeit nur bei 20 Prozent.

Hier schrecken ihn Auflagen der Regierung in Rom ab.

Die Bundesregierung hatte sich jüngst erneut gegen eine Übernahme der Commerzbank durch Unicredit ausgesprochen. Ein unabgestimmtes und unfreundliches Vorgehen wie das der Unicredit sei nicht akzeptabel, hatte Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Brief an das Frankfurter Geldhaus geschrieben.

Die Bundesregierung setze auf eigenständige Banken in Deutschland, bekräftigte am Mittag ein Sprecher des Finanzministeriums.

Die Mailänder Unicredit hatte sich im vergangenen Jahr mit 28 Prozent bei der Commerzbank eingekauft.

Die Italiener wollen Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank mit der eigenen Münchner Tochter HypoVereinsbank (HVB) zusammenbringen, stoßen dabei aber auf Widerstand.

(Bericht von Valentina Za und Andreas Rinke, bearbeitet von Matthias Inverardi, redigiert von Philipp Krach.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

tagreuters.com2025binary_LYNXMPEL5A0CH-VIEWIMAGE

Close Bitnami banner
Bitnami