Verkauf von Evonik-Aktien sorgt für Gewinnsprung bei RAG-Stiftung

Düsseldorf (Reuters) – Die Essener RAG-Stiftung hat auch dank des Verkaufs eines Aktienpakets der größten Beteiligung Evonik ihren Überschuss deutlich steigern können.

Insgesamt habe die Kohle-Stiftung 2024 einen “Jahreserfolg” von 965 Millionen Euro eingefahren, bereinigt um den Sondereffekt des Verkaufs der Anteilsscheine an dem Chemiekonzern seien es noch rund 452 (Vorjahr: 394) Millionen Euro gewesen, teilte sie am Mittwoch mit.

Rund eine Milliarde Euro konnte damit in die Rückstellungen für die Folgekosten des beendeten Steinkohlebergbaus fließen – diese summieren sich damit auf knapp zehn Milliarden Euro.

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten musste die Stiftung aber auch Federn lassen: Ihr Vermögen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um eine halbe Milliarde Euro auf 17 Milliarden Euro Ende 2024.

Stiftungschef Bernd Tönjes will deshalb die Anlage des Vermögens weiter differenzieren. “Die Diversifizierung unseres Anlageportfolios ist und bleibt ein strategisches Ziel”, betonte auch Finanzvorstand Jürgen Rupp.

Die 2007 gegründete Essener Stiftung steht mit ihrem Vermögen für die Folgeschäden des Steinkohlebergbaus gerade. Im vergangenen Jahr gab sie dafür rund 288 Millionen Euro aus. Seit Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus summieren sich ihre Ausgaben dafür auf rund 1,7 Milliarden Euro.

Größte Beteiligung der Stiftung ist der Chemiekonzern Evonik. An ihm hält sie noch rund 46 Prozent – bei drei anstehenden Umtauschanleihen. Die Stiftung sei unabhängiger von Evonik geworden, sagte Tönjes.

“Die entsprechende Dividende ist uns aber natürlich weiterhin lieb und teuer.” Langfristziel der Stiftung ist es, den Anteil an Evonik weiter kursschonend zu reduzieren und ihn perspektivisch auf 25,1 Prozent zu bringen.

Damit soll auch die Abhängigkeit von der Chemiebranche weiter reduziert werden.

Die Stiftung hält zudem Beteiligungen unter anderem an dem Immobilienunternehmen Vivawest mit knapp 120.000 Wohnungen sowie an TK Elevator und investiert in Unternehmen des Mittelstands.

Zu einem möglichen Börsengang der Aufzugsbeteiligung wollte sich Rupp nicht äußern. Ins Visier nehmen könnte die Stiftung aber die Thyssenkrupp-Marinetochter TKMS, wenn sie an die Börse gebracht werden sollte.

Die Stiftung werde sich TKMS anschauen – aber dort nicht Ankerinvestor werden, sagte Rupp.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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