Berlin/Düsseldorf (Reuters) – Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS ist nach Worten des kanadischen Ministerpräsidenten Mark Carney in der engeren Auswahl für einen großen Auftrag seines Landes für Militär-U-Boote.
TKMS habe wie ein südkoreanischer Mitbewerber alle technischen Anforderungen der Ausschreibung erfüllt, sagte Carney am Dienstag nach einem Treffen mit Kanzler Friedrich Merz. Das Wichtigste in den weiteren Gesprächen sei der wirtschaftliche Nutzen für Kanada, sagte er mit Blick auf eine mögliche Produktion vor Ort.
Zudem strebe seine Regierung Interoperabilität mit den Nato-Partnern an.
TKMS zufolge geht es in der Ausschreibung um acht bis zwölf nicht-nukleare U-Boote der 212CD-Klasse. Die U-Boote seien speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt und erfüllten sämtliche kanadischen Einsatzanforderungen.
Carney besuchte am Dienstag zusammen mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auch die TKMS-Werft in Kiel. Die an die Börse strebende Thyssenkrupp-Tochter erlebt derzeit einen Auftragsboom: Die Order-Bücher sind Stand August mit einem Volumen von 18,5 Milliarden Euro so voll wie noch nie.
Merz hatte zuvor gesagt, dass er nicht nur aus Sicht der deutschen Industrie für einen Auftrag an TKMS werbe, sondern auch, weil man im nordatlantischen Verteidigungsbündnis eine Vereinheitlichung der Systeme und höhere Stückzahlen brauche.
Man müsse den Nordatlantik gemeinsam sichern. Wenn Kanada zu dem bestehenden deutsch-norwegischen Bündnis bei der U-Boot-Produktion hinzukomme, wäre dies ein sehr starkes Signal.
(Bericht von Andreas Rinke, Tom Käckenhoff; redigiert von Elke Ahlswede)









