Frankfurt, 10. Dez (Reuters) – Die deutsche Chemieindustrie kommt aus der Krise nicht heraus und rechnet im kommenden Jahr mit keiner Besserung.
Der Branchenverband VCI erwartet für 2026 eine stagnierende Produktion in der chemisch-pharmazeutischen Industrie, wobei die Herstellung allein in der Chemie um ein Prozent zurückgehen dürfte.
Der Umsatz werde voraussichtlich um rund zwei Prozent sinken. “Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig und der Blick nach vorn wird nicht rosiger”, sagte VCI-Präsident Markus Steilemann am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt.
Jedes zweite Unternehmen kämpfe mit schwerem Auftragsmangel. 2025 sank die Produktion branchenweit um 0,5 Prozent, der Umsatz ging um ein Prozent auf 220 Milliarden Euro zurück.
Die Krise traf dabei vor allem die reine Chemie, deren Produktion in diesem Jahr um 2,5 Prozent schrumpfte, während Pharma um drei Prozent zulegte.
Die Auslastung der Anlagen in der gesamten Branche fiel auf den historischen Tiefpunkt von 70 Prozent und lag damit weit entfernt von der rentablen Schwelle. Als Gründe für die pessimistischen Erwartungen nannte der Verband unter anderem nicht wettbewerbsfähige Produktionskosten, eine hohe regulatorische Unsicherheit und langsame Genehmigungsverfahren.
Zudem belasteten chinesische Überkapazitäten und die US-Zölle die Geschäfte.
Einer Umfrage zufolge plant ein Fünftel der Mitgliedsunternehmen, die Produktion zu verlagern oder ganz stillzulegen.
Die Krise schlägt sich auch auf die Beschäftigung nieder: Die Zahl der Mitarbeiter sank 2025 um 0,5 Prozent oder 2400 Stellen. Bereits angekündigte Schließungen dürften zu einem weiteren Stellenabbau führen.
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Sabine Wollrab.
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