Berlin, 15. Dez (Reuters) – Die vom Staat gerettete Meyer Werft erhält einen Großauftrag von bis zu zehn Milliarden Euro.
Das sichere die Auslastung des Unternehmens aus dem niedersächsischen Papenburg bis Mitte des nächsten Jahrzehnts, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Montag in Berlin.
Die Order für vier bis sechs Schiffe kommt von der Schweizer Kreuzfahrtreederei MSC Cruises. Eine entsprechende Absicherungserklärung wurde am Montag unterschrieben. Die abschließenden Verträge sollen im ersten Halbjahr 2026 folgen.
Reiche sagte, die Werft sei damit wieder wettbewerbsfähig. Dies sei ein Durchbruch. “Es geht um Stabilität und es geht um Wachstum.”
Der Bund und das Land Niedersachsen hatten das 1795 gegründete Unternehmen gerettet und dies auch damit begründet, Know-how beim Schiffbau in Deutschland zu erhalten.
In der Corona-Pandemie hatte der Tourismus stark gelitten, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war es zu kräftigen Preissteigerungen bei Vorleistungen der Werft gekommen. Bund und Land sind dann Ende 2024 als Gesellschafter mit je rund 40 Prozent der Anteile bei der Meyer Wert eingestiegen und brachten insgesamt 400 Millionen Euro Eigenkapital ein.
Zudem sichert die öffentliche Hand mit Bürgschaften Bankkredite von 2,6 Milliarden Euro ab. Die Eignerfamilie Meyer hält in den kommenden Jahren rund 20 Prozent und hat eine Art Rückkaufoption. Das Sanierungsprogramm soll Ende 2028 abgeschlossen werden.
Reiche sagte, das Unternehmen habe an einem kritischen Punkt gestanden.
“Heute können wir sagen, dass die Entscheidung richtig war.” Die Kreuzfahrtbranche wachse um rund 22 Prozent. Davon profitiere die Meyer Werft. Staatliche Absicherungen oder Subventionen gab es laut Reiche und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies weder vom Bund noch vom Land.
Wann sich der Staat aus dem Unternehmen wieder zurückzieht, steht noch nicht fest. Reiche sagte, dies werde zum geeigneten Zeitpunkt geschehen.
MSC ist eine der größten Reedereien der Welt.
Das familiengeführte Unternehmen lässt erstmals Schiffe in der Meyer Werft bauen. Die IG Metall begrüßte dies: “Die neuen Aufträge sind ein klares Signal, dass die Werft auf dem richtigen Weg ist.
Damit ist langfristige Stabilität gesichert und die vereinbarte Beschäftigungssicherung für mindestens 3100 Beschäftigte in Papenburg muss umgesetzt werden.”
(Bericht von Christian Krämer, redigiert von Ralf Banser.
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