“Wir wollen wachsen” – Media/Saturn optimistisch für Ehe mit JD.com

Düsseldorf, 17. Dez (Reuters) – Die Elektronik-Handelsholding Ceconomy will auch unter dem chinesischen Techriesen JD.com ihren Wachstumskurs fortsetzen.

“Wir sind zuversichtlich, dass wir uns weiter verbessern werden”, sagte Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner am Mittwoch.

Vor allem in den Bereichen Logistik und Technologie wolle die Mutter der Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn von dem Partner aus der Volksrepublik profitieren. JD.com stehe beispielhaft für die rasche Auslieferung von Bestellungen an die Verbraucher.

Einen Abbau von Stellen werde es mit JD.com nicht geben, bekräftigte Deissner: “Wir wollen wachsen.”

JD.com hat sich bereits eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent an den Düsseldorfern gesichert, im kommenden Jahr soll die Übernahme dann endgültig besiegelt werden.

Letztlich will der im Online-Handel groß gewordene Konzern Ceconomy von der Börse nehmen. JD.com hatte den Ceconomy-Aktionären je 4,60 Euro in bar je Stammaktie geboten. Insgesamt wurde die ehemalige Tochter des Handelskonzerns Metro damit mit gut 2,2 Milliarden Euro bewertet.

JD.com erhält durch die Übernahme Zugriff auf große Online-Shops sowie über 1000 Filialen und kann im Wettbewerb mit Alibaba oder Amazon sein Europa-Geschäft ausbauen. Dazu kommt ein Logistik-Netzwerk in Europa.

Der Konzern wird dadurch auch unabhängiger vom Geschäft in seinem chinesischen Heimatmarkt. Deissner hatte seinerseits Vorteile für Ceconomy herausgestellt: “Über die Partnerschaft haben wir Zugriff auf Technologien, auf weltweit führendes Einzelhandelswissen und auf Lieferketten, die weltweit ihresgleichen suchen.” Ceconomy beschäftigt rund 48.000 Menschen, rund 17.000 davon in Deutschland.

Konkret erwartet die Düsseldorfer Holding für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) einen moderaten Anstieg des währungsbereinigten Gesamtumsatzes.

Zudem wollen die Düsseldorfer profitabler arbeiten: Ceconomy stellte einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) von rund 500 Millionen Euro in Aussicht. Im Vorjahr waren es 378 Millionen Euro. Der Umsatz legte im vergangenen Geschäftsjahr um 5,7 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro zu, dabei wuchsen die Online-Shops des Konzerns um 13,3 Prozent.

Das bereinigte Ebit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 72 Millionen Euro auf 378 Millionen Euro. Ins neue Geschäftsjahr ist Ceconomy Deissner zufolge gut gestartet: “Wir hatten eine erfolgreiche Black Season”, sagte er mit Blick auf die Schnäppchentage um den Black Friday.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Philipp Krach.

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