Ausgaben für Bildung und Forschung trotz Corona gestiegen

Berlin (Reuters) – Trotz Corona-Krise haben öffentliche Haushalte und der private Bereich im Jahr 2021 mehr Geld in Bildung, Forschung und Wissenschaft gesteckt.

Die Ausgaben wuchsen um 17,1 Milliarden Euro oder fünf Prozent auf 351,3 Milliarden Euro, wie aus den am Freitag veröffentlichten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Der Anteil dieser Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag mit 9,8 Prozent auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie, war er mit 9,5 Prozent noch etwas niedriger.

Das Bildungsbudget der öffentlichen Haushalte und des privaten Bereichs belief sich 2021 insgesamt auf 252,9 Milliarden Euro, was 7,0 Prozent des BIP entspricht.

Mit 209,0 Milliarden Euro entfiel der größte Teil auf Bildungseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft. Dazu gehören Ausgaben für Schulen und den schulnahen Bereich (etwa Schülerbeförderung) von 118,7 Milliarden Euro, für tertiäre Bildungseinrichtungen wie Hochschulen (einschließlich Forschung und Entwicklung) von 47,3 Milliarden Euro und für Kindertageseinrichtungen von 39,8 Milliarden Euro.

Auf zusätzliche bildungsrelevante Bereiche – von der betrieblichen Weiterbildung über Horte bis hin zu Volkshochschulen – entfielen 22,0 Milliarden Euro. Für die Bildungsförderung (zum Beispiel BAföG) wurden 14,8 Milliarden Euro lockergemacht.

Nach dem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 stiegen die Ausgaben von Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen für Forschung und Entwicklung um sechs Prozent auf insgesamt 92,0 Milliarden Euro.

Die Mittel für die sonstige Bildungs- und Wissenschaftsinfrastruktur wie zum Beispiel Bibliotheken und Museen lagen bei rund 6,4 Milliarden Euro.

Angaben über die Finanzierungsstruktur nach Trägern liegen bislang nur für das Jahr 2020 vor.

Damals finanzierten die öffentlichen Haushalte 66,4 Prozent der Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft (Bund: 12,9 Prozent, Länder: 39,9 Prozent, Gemeinden: 13,7 Prozent). 31,2 Prozent wurden vom privaten Bereich (Unternehmen, Organisationen ohne Erwerbszweck und private Haushalte) übernommen, weitere 2,3 Prozent vom Ausland.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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