Schuldenlast im Schnitt beim 26-Fachen des monatlichen Nettoeinkommens

Berlin (Reuters) – Überschuldete Personen im Saarland drücken besonders hohe Verbindlichkeiten.

Mit 34.308 Euro pro Kopf waren sie im vergangenen Jahr am stärksten belastet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Das entspreche dem 31-Fachen ihres durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens von 1102 Euro. Bundesweit standen überschuldete Personen, die 2022 die Hilfe einer Beratungsstelle in Anspruch genommen hatten, mit im Schnitt mit 30.940 Euro in der Kreide.

Das entspricht dem 26-Fachen des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens aller durch Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen betreuten Personen (1189 Euro).

Besonders hohe Werte der Überschuldungsintensität wiesen neben dem Saarland auch Rheinland-Pfalz und Bayern auf.

Dort betrug die durchschnittliche Schuldenhöhe jeweils das 28-Fache des Nettoeinkommens. Die niedrigsten Werte weisen Hamburg sowie Mecklenburg-Vorpommern mit dem Faktor 22 auf.

“Ausschlaggebend für die unterschiedliche Höhe der Überschuldungsintensität in den Bundesländern war in den meisten Fällen nicht das durchschnittliche Einkommen”, hieß es.

Diese bewegte sich über alle Bundesländer hinweg auf einem ähnlichen Niveau zwischen – zwischen 1039 Euro in Bremen und 1283 Euro in Bayern. Entscheidend war demnach vielmehr die durchschnittliche Schuldenhöhe.

Hier reichte die Spanne von 24.596 Euro in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 36.289 Euro in Bayern.

Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik beruhen auf Angaben von 665 der insgesamt etwa 1380 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu rund 160.000 beratenen Personen.

Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten gelten als repräsentativ für die Grundgesamtheit der im vergangenen Jahr insgesamt 558.000 Personen, die beraten wurden.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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