Porsche steigert Gewinn deutlich – Vorsicht beim Ausblick

Frankfurt (Reuters) – Eine Flaute am Automarkt in China und Europa macht Porsche trotz Wachstums im ersten Halbjahr vorsichtig.

In Deutschland und Europa lasse die Dynamik nach und in China erhole sich der Markt nicht so schnell wie erwartet nach der Corona-Krise, erklärte Porsche-Chef Oliver Blume am Mittwoch.

“Wir sind überzeugt, der Luxusmarkt ist weniger betroffen und widerstandsfähiger gegenüber dem wirtschaftlichen Abschwung.” Der für Porsche wichtige Markt Nordamerika sei zudem ein Gegengewicht.

Den Auftragseingang nannte Finanzchef Lutz Meschke zufriedenstellend hoch, so dass ein starkes zweites Halbjahr zu erwarten sei. “Es gibt keinen Grund zur Sorge über die zweite Jahreshälfte”, betonte er.

Dass Porsche dennoch die Jahresziele nicht anhebe, liege an den vielen Risikofaktoren und einem prinzipiell vorsichtigen Herangehen des Sportwagenbauers an den Ausblick.

Trotz hoher Kosten, weltweit angespannter Wirtschaftslage und holpernder Teileversorgung bekräftigte der Dax-Konzern sein Jahresziel.

Dieses sieht ein Umsatzplus auf 40 bis 42 Milliarden Euro von 37,6 Milliarden Euro 2022 vor. Das gilt aber nur, “sofern sich die globale und versorgungstechnische Lage nicht signifikant verschärft”.

An der Börse gab die Porsche-Aktie 2,6 Prozent nach und zählte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax.

RENDITE WEITER HOCH

Im ersten Halbjahr steigerte der Stuttgarter Autokonzern bei höherem Absatz und Fahrzeugpreisen den Gewinn deutlich.

Der Umsatz sei um 14 Prozent auf 20,43 Milliarden Euro gewachsen, das operative Ergebnis um knapp elf Prozent auf 3,85 Milliarden Euro. Die Rendite rangierte wie am Finanzmarkt erwartet mit 18,9 Prozent im Halbjahr am oberen Ende der fürs Gesamtjahr in Aussicht gestellten Spanne von 17 bis 19 Prozent.

“Umsatz- und Ergebnisanstieg sind hauptsächlich auf die Absatzsteigerung bei konstanter Preisdurchsetzung zurückzuführen”, erklärte Meschke. Im neuen Modelljahr kletterten die Preise um weitere fünf Prozent.

Mit rund 167.000 Fahrzeugen schlug die Volkswagen-Tochter fast 15 Prozent mehr Neuwagen los als im schwachen Vorjahreszeitraum. Wegen Halbleiter-Mangels war der Absatz damals leicht gesunken.

Blume kündigte an, die auf Hochleistungsbatteriezellen spezialisierte Tochter Cellforce in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen.

Ein zweiter Standort sei geplant. Um die Kosten von zwei bis drei Milliarden Euro zu stemmen, führe Porsche “vielversprechende” Gespräche mit Investoren.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Ralf Banser.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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