Konsumlaune der Briten bricht ein – Inflation belastet

London (Reuters) – Die Stimmung der britischen Verbraucher ist im Oktober so stark eingebrochen wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor rund dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Das Barometer fiel um neun auf minus 30 Punkte, wie die GfK-Marktforscher am Freitag zu ihrer Umfrage mitteilte.

“Dieser starke Rückgang unterstreicht, dass die Krise der Lebenshaltungskosten und die Tatsache, dass viele Verbraucher einfach nicht genug Geld haben, um über die Runden zu kommen, nach wie vor akuten Druck auf sie ausüben”, sagte GfK-Experte Joe Staton.

Die britischen Verbraucherpreise sind im September um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

Die Inflationsrate liegt damit zwar deutlich unter dem 41-Jahres-Hoch von 11,1 Prozent vom Oktober 2022. Allerdings ist sie nach wie vor die höchste unter den großen Industriestaaten. Die meisten Ökonomen erwarten zwar, dass die Teuerung in diesem Monat stark zurückgehen wird.

Dennoch dürften die Lebenshaltungskosten noch um rund 17 Prozent höher liegen als vor zwei Jahren.

“Der heftige Gegenwind durch die steigenden Heizkosten, das Tanken von Benzin, die steigenden Hypotheken- und Mietzinsen, der sich abschwächende Arbeitsmarkt und jetzt auch noch die Ungewissheit durch den Konflikt im Nahen Osten tragen alle zu diesem wachsenden Unbehagen bei”, sagte Staton.

Die Bereitschaft der Haushalte zu größeren Anschaffungen ließ deshalb deutlich nach.

Die britischen Einzelhandelsumsätze sind im September stärker als erwartet zurückgegangen. Sie sanken um 0,9 Prozent, nachdem sie im August noch um 0,4 Prozent gestiegen waren, wie das Statistikamt ONS mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. “Es war ein schlechter Monat für die Bekleidungsgeschäfte, da die warmen herbstlichen Bedingungen den Verkauf von Textilien für kälteres Wetter reduzierten”, sagte ONS-Chefökonom Grant Fitzner.

“Allerdings hat die für die Jahreszeit untypische Wärme im September dazu beigetragen, den Verkauf von Lebensmitteln ein wenig anzukurbeln.”

(Bericht von David Milliken, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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