Verdi-Chef erwartet schwierige Tarifgespräche im öffentlichen Dienst der Länder

Berlin (Reuters) – Verdi-Chef Frank Werneke rechnet für den öffentlichen Dienst der Länder mit harten Tarifauseinandersetzungen.

“Ich erwarte, dass es schwierige Tarifverhandlungen sein werden”, sagte der Gewerkschafter am Montagabend in Berlin.

Es sei nicht zwangsläufig, dass die am Donnerstag beginnenden Gespräche zum gleichen Abschluss wie bei den Verhandlungen für die Beschäftigten von Bund und Kommunen führten. Hier hatte es im April nach Verdi-Berechnungen Einkommenssteigerungen von durchschnittlich 11,5 Prozent gegeben, bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten.

Die Verhandlungen mit den Ländern starten am Donnerstag in Berlin und werden danach in Potsdam fortgesetzt. Eine Einigung wird nicht vor der dritten Runde erwartet, die für den 7. bis 8. Dezember angesetzt ist.

Verdi und der Deutsche Beamtenbund (dbb) wollen Lohnerhöhungen von 10,5 Prozent durchsetzen, mindestens aber 500 Euro mehr pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, hat dies angesichts der Haushaltslage der Länder als nicht finanzierbar bezeichnet.

Werneke sagte, es zeichne sich ab, dass die TDL einen schlechteren Abschluss durchsetzen wolle als das, was bei Bund und Kommunen erreicht worden sei.

“Die Beschäftigten der Länder wollen und werden sich nicht abhängen lassen wollen”, betonte der Verdi-Chef dazu. Die Gespräche werden geführt für rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte der Länder (außer Hessen).

Verdi fordert die zeitgleiche Übertragung des Ergebnisses auf etwa 1,3 Millionen Beamte. Betroffen sind auch rund eine Million Pensionäre. Tarifbeschäftigte der Länder sind unter anderem im Straßenbau, bei der Justiz, in Finanz- und Steuerbehörden, in Kitas und Schulen, an Universitäten, Kliniken und in der Verwaltung tätig.

(Bericht von Klaus Lauer; Redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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