Frankfurt (Reuters) – Die Aktienmärkte haben ihre Rally zum Wochenschluss nach einer Verschnaufpause am Donnerstag fortgesetzt. Dax und EuroStoxx50 zogen am Freitagnachmittag um je knapp ein Prozent an und standen bei 15.930 und 4340 Punkten.
Auch die wichtigsten US-Indizes eröffneten leicht im Plus.
So könne sich die Handelswoche und bislang auch der Börsenmonat November mit einem Plus von gut vier beziehungsweise knapp sieben Prozent im deutschen Leitindex “mehr als sehen lassen”, kommentierte Jürgen Molnar, Stratege vom Broker RoboMarkets.
Angesichts nachlassender Teuerungsraten, wie in der Euro-Zone im Oktober, nähmen die Wetten auf eine Abkehr der Notenbanken von Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation zu. “Die aufkommende Zinsfantasie dürfte die eher trüben wirtschaftlichen Aussichten kompensieren und die Anleger schon auf die Zeit nach der Rezession blicken lassen.
Einmal mehr dürfte der Aktienmarkt der Realität vorauseilen, bis er irgendwann im kommenden Jahr wieder von ihr eingeholt wird.” Daher sollten die Anleger unter anderem den Krieg im Nahen Osten und der Ukraine weiterhin auf dem Schirm behalten.
MOODY’S-RATING FÜR ITALIEN ERWARTET
Für Rückenwind sorgen Börsianern zufolge auch die kräftig gesunkenen Ölpreise.
“Mittlerweile ist Öl so günstig wie zuletzt Mitte Juli. Das ist für Unternehmen, Notenbanken, Verbraucher und Aktionäre eine gleichermaßen gute Nachricht”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners.
Die Ölpreise steuern mit knapp fünf Prozent auf ihren vierten Wochenverlust in Folge zu. Die Nordsee-Sorte Brent und US-Leichtöl WTI schlugen am Freitag zwar einen vorsichtigen Erholungskurs ein, notierten mit 78,43 und 73,73 Dollar je Fass (159 Liter) allerdings weiterhin nahe ihrer Vier-Monats-Tiefs.
Anleger sorgen sich angesichts zuletzt schwacher Konjunkturdaten aus den USA und Asien um die weltweite Ölnachfrage.
Im Rampenlicht stand auch Italien. Die Ratingagentur Moody’s gibt am Abend (22.00 Uhr MEZ) ihre Bonitätsbewertung bekannt.
Die Lage für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist heikel, da die Bonitätswächter das Land mit einer Bewertung von aktuell Baa3 nur einen Tick über dem Ramsch-Status ansiedeln. Eine Herabstufung könnte Strategen zufolge auch den Euro belasten.
Die Gemeinschaftswährung stand am Nachmittag 0,2 Prozent im Plus bei 1,0873 Dollar.
VOLVO CARS NACH GEELY-PLATZIERUNG AUF REKORDTIEF
In die Depots wanderten Aktien aus dem Pharmasektor.
AstraZeneca, Novo Nordisk und Sanofi legten zwischen einem und 2,2 Prozent zu. Bayer stand 1,8 Prozent im Plus. Ein US-Gericht entschied, dass der Konzern nicht für bestimmte Klagen im Zusammenhang mit Dr.
Scholl’s Fußpflegeprodukten auf Talkum-Basis haftet.
Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Siemens Energy, die um gut sieben Prozent zulegten. Ihren Verlust seit Jahresbeginn grenzten die Titel nach der Bilanzvorlage in dieser Woche damit auf rund 38 Prozent ein.
Gefragt waren auch Fresenius Medical Care.
Die Titel des Dialyseanbieters kletterten nach einem positiven Analystenkommentar um knapp drei Prozent auf 36,07 Euro. Die Experten der Pariser Großbank Societe Generale haben sie auf “Buy” nach zuvor “Hold” hochgestuft.
Auch das Kursziel wurde auf 71 nach zuvor 51 angehoben. Es sei unwahrscheinlich, dass sich der jüngste Boom bei appetitzügelnden Abnehmspritzen von Anbietern wie Novo Nordisk und Eli Lilly negativ auf den Dialysemarkt auswirkt.
Volvo Cars stürzten hingegen auf ein Rekordtief, nachdem der chinesische Großaktionär Geely rund 100 Millionen Aktien an dem schwedischen Autohersteller verkauft hat.
Die Papiere brachen in Stockholm um 11,4 Prozent ein.
(Bericht von Anika Ross und Zuzanna Szymanska.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)









