Frankfurt (Reuters) – Ernüchtert haben Europas Anleger am Freitag auf robuste US-Arbeitsmarktdaten reagiert.
Der Dax gab einen Teil seiner Tagesgewinne ab und stand am Nachmittag noch 0,2 Prozent höher bei 16.670 Punkten.
Der EuroStoxx50 lag 0,6 Prozent im Plus bei 4500 Punkten, während die US-Future im Minus lagen.
In der US-Wirtschaft sind im November mehr Stellen geschaffen worden als erwartet. Es kamen 199.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu.
“Der Arbeitsmarktbericht ist zwar nicht extrem stark. Aber er ist stark genug, um die erwartete erste Zinssenkung nach hinten zu verschieben”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Die Erwartung bald sinkender Zinsen hatte die Aktienmärkte zuletzt befeuert. Der Dax markierte am Mittwoch mit 16.727,07 Punkten ein frisches Allzeithoch, seit Anfang November kommt er auf ein Plus von rund zwölf Prozent.
Nun ließen die Wetten auf eine erste Zinssenkung im März an den Terminmärkten nach, stattdessen wurde der Mai als Startmonat als wahrscheinlicher angesehen. An den Anleihemärkten stieg die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries auf 4,233 Prozent von zuvor 4,189 Prozent an.
Der Euro notierte ein halbes Prozent leichter bei 1,0743 Dollar nach 1,0769 Dollar vor den Daten.
KERING BRINGT LUXUS-WERTE ZUM STRAHLEN
Am Aktienmarkt waren Autowerte gefragt. Papiere von BMW führten die Dax-Gewinnerliste mit einem Aufschlag von rund zwei Prozent an.
Aus den Depots flogen dagegen Siemens Energy. Die Papiere des Energietechnik-Konzerns bröckelten nach einer Herabstufung durch JP Morgan auf “Underweight” von “Neutral” um gut zwei Prozent auf 11,39 Euro ab.
In Paris hoben Kering-Aktien um 2,9 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 415,20 Euro ab. Der Gucci-Mutterkonzern Kering beschenkt die Anleger mit einer Zwischendividende für das Jahr 2023. Auch andere Luxus-Anbieter waren gefragt: der europäische Sektorindex stieg um 1,6 Prozent.
Im Aufwind waren auch die Aktien von Airbus, die um 1,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 140,88 Euro sprangen.
Der Flugzeugbauer konnte bei einem Auftrag den US-Rivalen Boeing ausstechen.
ANGLO AMERICAN BRECHEN SO STARK EIN WIE ZULETZT 2020
Aktien aus dem Öl- und Gassektor zogen angesichts einer Erholung bei den Ölpreisen an.
Die Nordsee-Rohölsorte Brent und die leichte US-Sorte WTI kletterten um jeweils gut zwei Prozent auf 75,72 und 70,92 Dollar pro Barrel (159 Liter). Russland und Saudi-Arabien haben die Opec-Mitglieder dazu aufgerufen, die von dem Ölkartell zuletzt empfohlenen Produktionskürzungen um insgesamt 2,2 Millionen Barrel pro Tag (bpd) im ersten Quartal umzusetzen.
Anleger warfen indes Aktien von Anglo American aus den Depots, nachdem der um Kostensenkungen ringende Bergbaukonzern Ausgabenkürzungen und sinkende Produktionsmengen angekündigt hat.
Die Aktien fielen um mehr als 13 Prozent und standen vor dem größten Tagesverlust seit dem Pandemie-Börsencrash im März 2020. Die Investitionsausgaben sollen bis 2026 um 1,8 Milliarden US-Dollar schrumpfen.
Der Konzern hat mit einem Nachfragerückgang für die meisten der von ihm geförderten Metalle und einer Abschreibung für sein britisches Düngemittelprojekt zu kämpfen.
(Bericht von Anika Ross, Zuzanna Szymanska, redigiert von Sabine Ehrhardt.
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