Thyssenkrupp-Wasserstoff-Tochter Nucera erwartet Verlust

– von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

Düsseldorf/Dortmund (Reuters) – Die Thyssenkrupp-Wasserstofftochter Nucera

nimmt zum Hochfahren ihrer Geschäfte im neuen Geschäftsjahr Verluste in Kauf.

Wegen notwendiger Anlaufkosten für die Umsetzung der Wachstumsstrategie rechne Nucera im Geschäftjahr 2023/24 (per Ende September) im operativen Geschäft (Ebit) mit einem Verlust im mittleren zweistelligen Millionenbereich, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Verluste seien aber nur vorübergehend. Die Projekt-Pipeline werde ohne größere Verzögerungen umgesetzt. Die Mittelfrist-Ziele würden bestätigt.

“Das Wachstum im grünen Wasserstoffmarkt ist weltweit ungebrochen”, sagte Vorstandschef Werner Ponikwar auf der Bilanzpressekonferenz in Dortmund.

Nucera wolle auch in Zukunft dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Thyssenkrupp-Tochter stellt Anlagen zur Produktion von Wasserstoff her, der eine Schlüsselrolle bei der Energiewende spielt und weltweit stark gefragt ist.

Der Essener Industriekonzern hatte Nucera im Juli an die Börse gebracht, hält aber mit einem Anteil von 50,19 Prozent weiter die Mehrheit.

NUCERA WILL ZUSÄTZLICHE MITARBEITER EINSTELLEN

Im neuen Geschäftsjahr will Nucera nach eigenen Angaben die Mitarbeiterzahl von derzeit rund 750 weiter erhöhen.

Neue Standorte sollen eröffnet werden, die Kapazitäten ausgebaut und die Schlagzahl in der Produktion erhöht werden. Zudem würden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gesteigert. Der Umsatz solle 2023/24 im mittleren zweistelligen Prozentbereich wachsen.

An der Börse legte die Aktie zeitweise um vier Prozent zu.

Die Experten der Deutschen Bank verwiesen unter anderem darauf, dass Nucera im vierten Quartal operativ schwarze Zahlen geschrieben habe – im Gegensatz zu früheren Prognosen des Unternehmens.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/23 (per Ende September) kletterten die Erlöse Nucera zufolge um 70 Prozent auf 653 Millionen Euro.

Dies sei vor allem dem Bereich Alkalische-Wasserelektrolyse-Technologie (AWE) zu verdanken gewesen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 23,8 Millionen Euro fast verdreifacht. Der Auftragseingang des Unternehmens schrumpfte auf 613 Millionen Euro von zuvor 1,3 Milliarden Euro.

Vorstandschef Ponikwar verwies darauf, dass im Vorjahr ein Großauftrag für eine Anlage in Saudi-Arabien die Bestellungen auf ein Rekordniveau getrieben hatte. Eine Dividende will Nucera nicht zahlen.

Das bleibe auch auf absehbare Zeit erstmal so, sagte Finanzchef Arno Pfannschmidt. “Unser Fokus ist zu wachsen und dafür brauchen wir das Geld.”

(Bericht von Tom Käckenhoff, Christoph Steitz, redigiert von Ralf Banser.

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