Börsen am letzten Handelstag vor Weihnachten kaum bewegt

Frankfurt (Reuters) – Viele Anleger am Aktienmarkt haben sich offenbar schon in die Weihnachtspause verabschiedet.

Der Dax notierte am Freitagnachmittag leicht im Plus bei 16.725 Zählern, der EuroStoxx50 trat mit 4526 Punkten auf der Stelle.

Auch die wichtigsten US-Indizes pendelten kurz nach der Eröffnung um die Null-Marke. “Wie erwartet sind die Umsätze so kurz vor dem Fest unterdurchschnittlich niedrig”, konstatierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

Nach seiner rasanten Rally ist dem Dax zuletzt die Puste ausgegangen. Auf Wochensicht kommt er bis Freitagmittag auf ein Minus von etwa 0,4 Prozent. Seit Jahresbeginn hat er rund 20 Prozent zugelegt.

In den vergangenen Wochen hatte vor allem die Erwartung bald fallender Zinsen in den USA und im Euro-Raum die Investoren an die Aktienmärkte gelockt.

Jürgen Molnar von RoboMarkets merkte allerdings an, dass die Freude auf Zinssenkungen auch immer mit konjunkturellen Sorgen einhergehe. “Wer das eine will, muss das andere wohl oder übel mit in Kauf nehmen.” Die US-Notenbank Fed versucht, mit höheren Zinsen die Inflation in Grenzen zu halten, ohne die Wirtschaft abzuwürgen.

STARKE US-KONJUNKTURDATEN KÖNNEN BÖRSEN NICHT BELEBEN Daher konnten starke Konjunkturdaten aus den USA die Börsen nicht beleben. Die US-Industrie hat im November ein unerwartet kräftiges Auftragsplus eingefahren.

Auch die US-Verbraucher zeigten sich rund um die umsatzträchtigen Aktionstage “Black Friday” und “Cyber Monday” etwas ausgabefreudiger. Dabei dürfte man die wirtschaftlichen Schwächesignale in den kommenden Wochen durchaus ebenfalls noch spüren, kommentierte Molnar.

Trübe Zukunftsausblicke aus der Konsumgüterindustrie wie von Nike könnten nur der Anfang sein. Der weltgrößte Sportartikelhersteller äußerte sich wegen eines mauen Großhandelsgeschäfts in Nordamerika und der schleppenden Erholung in China vorsichtiger für das zweite Halbjahr.

Im zweiten Quartal ist der Konzern hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Aktien fielen an der Wall Street um elf Prozent. Hierzulande ließen die Anleger nach den Nike-Zahlen Adidas und Puma fallen.

Die Titel verloren im Dax und MDax jeweils knapp sechs Prozent. STRENGERE GAMING-VORSCHRIFTEN IN CHINA DRÜCKEN ENTWICKELR An der Börse in Amsterdam rauschten die Aktien des Technologie-Investors Prosus um knapp 15 Prozent in den Keller.

Die Titel des Gaming-Riesen Tencent, an dem Prosus beteiligt ist, standen angesichts strengerer Vorschriften für Online-Gaming in China unter Verkaufsdruck. Sie gaben in Hongkong mehr als zwölf Prozent nach.

Die Titel des französischen Videospiel-Entwicklers Ubisoft verloren 2,5 Prozent. Die Ölpreise setzten indes ihre Rally fort. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich um jeweils rund ein Prozent auf 80,14 und 74,70 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Hintergrund waren weiterhin die Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen auf Schiffe im Roten Meer. Für Verunsicherung sorgte unter anderem die Anpassung der Schifffahrtsrouten durch mehrere wichtige Reedereien, die auch am Öltransport beteiligt sind.

Die geopolitischen Risiken haben die Ölpreise diese Woche trotz Nachfragesorgen um mehr als vier Prozent in die Höhe getrieben.

(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Olaf Brenner.

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