Berlin (Reuters) – Eine bessere Teileversorgung und die noch starke Nachfrage haben den Autobauern BMW und Volkswagen 2023 zu einem deutlichen Absatzplus verholfen.
Die Münchner verkauften mit fast 2,6 Millionen so viele Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wie nie zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
VW setzte zwölf Prozent mehr Autos und Nutzfahrzeuge ab als im Jahr davor, als die Chipkrise, fehlende Kabelbäume und andere Engpässe die Produktion beeinträchtigten. Mit 9,24 Millionen Fahrzeugen lagen die Auslieferungen der Wolfsburger aber weiter unter dem Vorkrisenniveau, als der Absatz zeitweise bei mehr als zehn Millionen Autos gelegen hatte.
Volkswagen-Vertriebschefin Hildegard Wortmann sprach dennoch von einer soliden Entwicklung, wenn man sich die geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ansehe. “Wir sind schneller als der Markt gewachsen und haben unseren weltweiten Marktanteil etwas ausgebaut”, schrieb sie auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn.
Allerdings hinkte die Kernmarke VW den anderen Marken des Konzerns hinterher. Mit 4,87 Millionen Autos lag der Absatz zwar um 6,7 Prozent höher als vor Jahresfrist, aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau.
Marken-Vertriebschefin Imelda Labbe sagte, die Zahlen zeigten, dass die Marke auf dem richtigen Weg sei. “2024 erwarten wir weiter ein herausforderndes Marktumfeld”, räumte sie ein.
Gefragter waren dagegen Spitzenmodelle.
Wie BMW mitteilte, verkaufte die Marke BMW alleine fast 2,3 Millionen Autos, 7,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit hätten die Münchener die Spitzenposition im weltweiten Premiumsegment verteidigt, hieß es.
Besonders stark sei die Nachfrage nach hochpreisigen Fahrzeugen wie den 7er oder den X7 gewesen, aber auch bei den Elektroautos laufe es gut. BMW-Vertriebschef Jochen Goller verwies auf neue Modelle, welche den Hochlauf in der Elektromobilität beschleunigt hätten.
Der Anteil der Elektroautos bei BMW am Gesamtabsatz lag 2023 bei 15 Prozent und soll im laufenden Jahr auf ein Fünftel steigen. “Wir sehen eine weiterhin hohe Nachfrage nach unseren vollelektrischen Produkten und streben basierend auf unserem starken, markenübergreifenden Produktportfolio im Jahr 2024 einen Absatz von mehr als einer halben Million vollelektrischer Fahrzeuge an”, sagte Goller.
Volkswagen verkaufte 770.000 Elektroautos, das waren 8,3 Prozent aller Fahrzeuge der Marken des Konzerns.
Gute Geschäfte machten die beiden Autobauer insbesondere in Westeuropa, wo BMW ein Plus von 7,5 Prozent schaffte und der VW-Konzern sogar gut ein Fünftel mehr Autos verkaufte.
Auch auf dem nordamerikanischen Markt schafften die beiden Dax-Konzerne ein Plus. Der für beide Autobauer wichtigste Einzelmarkt China hinkte dagegen hinterher. In der Volksrepublik hat der langjährige Marktführer VW mit einem Preiskampf bei Elektroautos zu kämpfen und musste zuletzt die Absatzkrone abgeben.
China-Chef Ralf Brandstätter sagte, die Situation werde auch in den kommenden beiden Jahren schwierig bleiben. “Es geht nicht nur um Marktanteile. Profitabilität ist weiterhin unsere oberste Priorität.”
(Bericht von Christina Amann, redigiert von Ralf Banser.
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