Frankfurt (Reuters) – Die wichtigsten Börsenindizes können ihre jüngsten Gewinne zum Wochenauftakt nicht halten.
Der Dax gab am Montagnachmittag 0,3 Prozent auf 17.064 Punkte nach.
Zum Wochenschluss hatte er den zweiten Tag in Folge eine neue Bestmarke aufgestellt und war zwischenzeitlich bis auf 17.198,45 Zähler gestiegen. Der EuroStoxx50 lag knapp im Minus bei 4758 Zählern.
“Bedingt durch den heutigen US-Feiertag dürfte der Wochenstart hierzulande von den Handelsumsätzen unterdurchschnittlich ausfallen”, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.
Zudem stünden Impulse in Form von Unternehmens- oder Wirtschaftsdaten erst im späteren Wochenverlauf an. Der Experte warnte allerdings zur Vorsicht. “Niedrige Börsenumsätze sind allerdings nicht gleichbedeutend mit geringer Bewegung.
Denn gerade im dünnen Markt reichen schon wenige große Orders, um den Markt nachhaltig zu bewegen.”
IMPULSE AUS CHINA
Nach den Neujahrsfeiertagen kehrten indes die chinesischen Anleger an die Börse zurück.
Investoren starteten optimistisch in das Jahr des Drachen und griffen bei Tourismus- und Unterhaltungsaktien zu. Für positive Impulse sorgten die um fast die Hälfte gestiegenen Einnahmen aus dem Tourismus während des Mondneujahrsfestes im Vergleich zum Vorjahr.
Allerdings seien die Gesamtausgaben im Vergleich zu 2019 langsamer gewachsen als die Zahl der Reisen, gab Commerzbank-Ökonom Tommy Wu zu bedenken. Damit seien die Pro-Kopf-Ausgaben gegenüber dem Niveau vor der Pandemie sogar gesunken.
“Dies macht eine weitere politische Unterstützung zur Ankurbelung der Wirtschaft erforderlich.”
Angesichts der anhaltenden Immobilienkrise will China offenbar mit der Senkung eines geldpolitischen Schlüsselsatzes die Wirtschaft weiter stützen.
Die im Umfeld der Zentralbank angesiedelte Zeitung “Financial News” meldete am Sonntag unter Berufung auf Marktbeobachter, der Schlüsselsatz Loan Prime Rate (LPR) könne in den nächsten Tagen sinken.
RÜSTUNGSWERTE WEITERHIN HOCH IM KURS
Bei den Einzelwerten setzten Rüstungswerte ihre Rally fort.
Mit einem Plus von in der Spitze rund vier Prozent sprang die Rheinmetall-Aktie über die 400-Euro-Marke und kletterte auf ein frisches Rekordhoch an die Spitze des Dax. Wie die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz dürfte auch das Sicherheitsbedürfnis und damit die Nachfrage nach Munition und noch mehr Waffen noch eine Weile deutlich erhöht bleiben, sagte RoboMarkets-Stratege Jürgen Molnar.
“Hier von einer Aktienblase zu sprechen, könnte also eine noch größere Fehleinschätzung sein wie aktuell bei den heiß laufenden Chipaktien in den USA.”
Spekulationen auf eine Bieterschlacht ließen die Aktien von Currys in London nach oben schießen.
Die Titel des Elektrohändlers verteuerten sich um mehr als 35 Prozent, nachdem der chinesische E-Commerce-Anbieter JD.com mitgeteilt hat, eine Übernahme der britischen Firma zu prüfen. Medienberichten zufolge erwägt auch US-Investor Elliott Advisors sein ursprüngliches Angebot aufzustocken, nachdem Currys eine Offerte in Höhe von 700 Millionen Pfund abgelehnt hat.
Im Fahrwasser zogen Rivalen wie Fnac-Darty und Ceconomy um 3,4 und 2,3 Prozent an.
“Der Markt scheint zu glauben, dass Elliot seine Aufmerksamkeit auf andere Currys-Konkurrenten wie Ceconomy und Fnac-Darty richten könnte”, sagt Bryan Garnier-Analyst Clément Genelot. Zugleich mahnte er aber zur Vorsicht, da bei beiden Konzernen Großaktionäre zum jetzigen Zeitpunkt einen Übernahmeversuch wohl blockieren würden.
(Bericht von Stefanie Geiger und Zuzanna Szymanska, redigiert von Christian Rüttger.
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