(neu: US-Börsen, Hexensabbat)
Frankfurt (Reuters) – Das Rätselraten über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA hält die Anleger zum Wochenschluss in Atem.
Der Dax pendelte dabei um seine kürzlich eroberte Marke von 18.000 Punkten und lag am Nachmittag 0,2 Prozent fester bei 17.980 Zählern.
Auf Wochensicht steuerte der deutsche Leitindex auf einen Gewinn von rund einem Prozent zu. “Kann sich der Markt über das Wochenende und vor allem zum Start in die neue Börsenwoche auf dem hohen Niveau halten, stehen die Chancen für eine Fortsetzung der Rally gut”, fasste Stratege Jürgen Molnar von RoboMarkets zusammen.
Der EuroStoxx50 rückte um 0,4 Prozent auf 5012 Zähler vor. An der Wall Street ging es hingegen abwärts, die US-Indizes gaben bis zu 0,8 Prozent ab. Bei den Anlegern machten sich angesichts einer hartnäckigen US-Inflation Zweifel an raschen Zinssenkungen breit.
Bei der Zinsentscheidung kommenden Mittwoch ist Börsianern zufolge noch nicht mit geldpolitischen Lockerungen zu rechnen. Aus den Aussagen von Notenbank-Chef Jerome Powell dürfte jedoch klarer werden, ob die Erwartungen der Marktteilnehmer für eine Zinswende ab Jahresmitte gerechtfertigt sind.
HEXENSABBAT SORGT FÜR SCHWANKUNGEN – BITCOIN UND ÖL TIEFER
Für schwer erklärbare Kursschwankungen an den Börsen dürfte unterdessen am Freitag der sogenannte Hexensabbat sorgen, an dem an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig werden.
Schon im Vorfeld versuchen Profi-Anleger, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu schieben, weil sie mit den Terminkontrakten auf bestimmte Kursstände spekulieren.
Vorsichtig zeigten sich die Anleger am Kryptowährungsmarkt, wo der Bitcoin seine Rally vorerst beendete.
Die umsatzstärkste Kryptowährung verlor rund vier Prozent auf rund 68.100 Dollar. “Auf der einen Seite locken zwar weitere Rekordstände, andererseits bleibt der Griff an den Kassenhebel verlockend”, sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Gewinnmitnahmen drückten auch die Preise am Ölmarkt. Die Nordsee-Sorte Brent und die US-Sorte WTI verbilligten sich um jeweils rund 0,7 Prozent. Mit 84,88 und 80,71 Dollar pro Barrel (159 Liter) lagen die Preise allerdings weiterhin gut drei Prozent über dem Vorwochenniveau.
VONOVIA NACH REKORDVERLUST IM KELLER
Am Aktienmarkt brachen die Titel von Vonovia nach einem Rekord-Jahresverlust des Immobilienkonzerns um mehr als sieben Prozent ein.
Titel von Rivalen wie LEG Immobilien, Aroundtown und TAG Immobilien verloren in diesem Sog zwischen 2,7 und sechs Prozent.
An der Londoner Börse ging es hingegen für Vodafone-Aktien um 4,6 Prozent aufwärts.
Der britische Mobilfunker besiegelte den Verkauf seiner Italien-Tochter an den Schweizer Telekomkonzern Swisscom für acht Milliarden Euro in bar und plant Gewinnausschüttungen via Aktienrückkaufen und Dividenden.
Im Rampenlicht an der Börse in Warschau standen LPP, nachdem die Aktie des polnischen Modekonzerns ins Visier des Leerverkäufers Hindenburg Research geraten ist.
Die Titel brachen um mehr als 35 Prozent ein und waren zeitweise vom Handel ausgesetzt. Die US-Finanzanalysefirma erhob Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf des Russland-Geschäftes, die LPP zurückweist.
(Bericht von Anika Ross, Zuzanna Szymanska.
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