München (Reuters) – Der Herzogenauracher Auto- und Industriezulieferer Schaeffler setzt auf ein anziehendes Geschäft mit Ersatzteilen.
Das Unternehmen rechnet nach Angaben vom Mittwoch in dieser Sparte mit einem stärkeren Umsatzwachstum und einer höheren Gewinnmarge.
Das dürfte ein schwächeres Wachstum in der Auto- und in der Industriesparte wettmachen. Denn insgesamt erhöhte Schaeffler seine Prognose für die Ebit-Marge leicht auf sechs bis acht Prozent von bisher 5,5 bis 7,5 Prozent.
Der Barmittelzufluss soll mit 300 bis 400 Millionen Euro ebenfalls etwas höher ausfallen.
Die Prognose reflektiere die Resultate eines erfolgreichen ersten Halbjahres, sagte Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld.
“Das zweite Halbjahr dürfte für unser Geschäft herausfordernd werden.” Im wichtigen Geschäft mit Teilen für neue Autos nahm Schaeffler seine Umsatzprognose zurück. “Die Leute reparieren im Moment eher Autos, als dass sie sie neu kaufen”, sagte er.
An der Börse wurden die Zahlen mit Verlusten aufgenommen: Die Aktien gaben 2,3 Prozent nach.
In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz um 10,1 Prozent auf 8,2 Milliarden zu. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um gut ein Drittel auf 625 Millionen Euro, das entspricht einer Gewinnmarge von 7,6 Prozent.
Allerdings ist das vor allem auf das Ersatzteilgeschäft zurückzuführen, das zwar die mit Abstand kleinste Sparte ist, aber fast genauso viel Gewinn einfährt wie die beiden anderen Geschäftsbereiche.
Im Industriegeschäft bekam Schaeffler dagegen die Konjunkturflaute zu spüren, der Gewinn ging zurück. Die Schwäche sei nicht vollkommen unerwartet gekommen, sagte Rosenfeld. Das Unternehmen reagiere auf den Gegenwind mit Einsparungen, etwa bei Reisekosten oder ähnlichem.
Ein Restrukturierungsprogramm werde es nicht geben. “Für 2024 sind wir positiv gestimmt und haben unsere langfristigen Margenziele nicht aufgegeben.” In den vergangenen Jahren hatte Rosenfeld die Industriesparte mit einer Reihe von Zukäufen gestärkt, um unabhängiger vom Autogeschäft zu werden.
(Bericht von Christina Amann; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)









